Trump und Iran im Ultimatum-Duell: Drohungen und Ölpreise steigen
Trump und Iran: Ultimatum-Duell eskaliert

Trump und Teheran im gefährlichen Ultimatum-Poker

Die Nerven liegen blank im anhaltenden Iran-Konflikt. US-Präsident Donald Trump hat der Führung in Teheran ein vermeintlich letztes Ultimatum gestellt und droht mit der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken, sollte die Straße von Hormus nicht bis Dienstagabend US-Ostküstenzeit geöffnet werden. In einer drastischen Botschaft auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump am Ostersonntag: "Öffnet die verdammte Straße, ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle landen." Dies ist bereits das dritte Mal, dass der US-Präsident seine Frist verschoben hat.

Iran kontert mit eigenen Drohungen und Gegenforderungen

Die iranische Führung zeigt sich unbeeindruckt von Trumps martialischer Rhetorik. Ali-Akbar Welajati, außenpolitischer Berater des obersten Führers, warnte über den regierungstreuen Sender Press TV, dass bei einer weiteren Eskalation der Angriffe durch die USA und Israel auch andere wichtige Schifffahrtswege gefährdet sein könnten. Konkret nannte er die Meerenge Bab al-Mandab, die den Zugang zum Roten Meer und zum Suezkanal kontrolliert.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed‑Bagher Ghalibaf reagierte auf der Plattform X auf Trumps Drohungen und bezeichnete diese als "Kriegsverbrechen". Er warnte, dass "leichtsinnige Schachzüge" die gesamte Region in Flammen aufgehen lassen könnten. Die einzige Lösung bestehe darin, die Rechte des iranischen Volkes zu respektieren und das gefährliche Spiel zu beenden.

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Letzter Versuch für Waffenstillstand und diplomatische Bemühungen

Laut einem Bericht des US-Nachrichtenportals "Axios" unternehmen die USA, der Iran und regionale Vermittler derzeit einen letzten Versuch, die Bedingungen für einen möglichen 45-tägigen Waffenstillstand auszuhandeln. Vier verschiedene Quellen aus den USA, Israel und der Region bestätigten, dass dies die einzige Chance sei, eine dramatische Eskalation noch zu verhindern. Allerdings schätzen die zitierten Quellen die Erfolgsaussichten innerhalb der nächsten 48 Stunden als gering ein.

Die internationale Gemeinschaft zeigt sich alarmiert. Die iranische UN-Mission forderte in einem Post auf X alle Staaten auf, "solche grausamen Kriegsverbrechen zu verhindern". Sie betonte: "Sie müssen jetzt handeln. Morgen ist es zu spät."

Ölpreise steigen massiv an

Die anhaltenden Spannungen schlagen sich unmittelbar auf den globalen Energiemarkt nieder. Nach Trumps jüngsten Drohungen starteten die Ölpreise mit weiteren Aufschlägen in die Woche. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni stieg auf über 111 US-Dollar je Barrel. Dies entspricht einem Anstieg von fast 40 Dollar im Vergleich zum Niveau vor Kriegsbeginn am 28. Februar.

Die Bedeutung der Straße von Hormus für den weltweiten Ölhandel kann kaum überschätzt werden: Rund 20 Prozent des globalen Ölhandels werden normalerweise über diese Meerenge abgewickelt. Seit Kriegsbeginn liegt der Seeverkehr dort jedoch weitgehend still. Das Marinekommando der iranischen Revolutionsgarden ließ über Staatsmedien verlauten, dass die Straße von Hormus "niemals wieder in ihren früheren Zustand zurückkehren" werde, insbesondere nicht für die USA und Israel.

Diplomatische Initiativen und alternative Routen

Angesichts der blockierten Hauptroute verstärken verschiedene Staaten ihre Bemühungen um alternative Ölversorgungswege. Südkorea schickt laut der amtlichen Nachrichtenagentur Yonhap Sondergesandte nach Saudi-Arabien, Oman und Algerien. Zudem sollen fünf Öltanker unter koreanischer Flagge ins Rote Meer an die saudi-arabische Hafenstadt Yanbu verlegt werden. Saudi-Arabien verfügt über die Möglichkeit, Öl über Pipelines vom Persischen Golf nach Yanbu zu transportieren und von dort aus zu verschiffen.

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Weitere Todesopfer und anhaltende Angriffe

Während die diplomatischen Bemühungen laufen, gehen die militärischen Auseinandersetzungen unvermindert weiter. Die USA und Israel setzten ihre massiven Luftangriffe im Iran fort. In der Hauptstadt Teheran kamen nach Angaben der Nachrichtenagentur Mehr mindestens vier Menschen bei einem Angriff auf ein Wohngebiet ums Leben. Bei weiteren Bombardements südwestlich von Teheran und in der Stadt Qom wurden laut der Nachrichtenagentur Fars mindestens 18 weitere Todesopfer gemeldet.

Auf israelischer Seite traf eine iranische Rakete ein Gebäude in der Stadt Haifa. Rettungskräfte bargen zwei Leichen aus den Trümmern, zwei weitere Personen galten zunächst als vermisst. Die israelische Armee teilte am Morgen mit, eine weitere Angriffswelle in Teheran beendet zu haben.

Eskalation der Rhetorik

Die verbalen Auseinandersetzungen zwischen Washington und Teheran haben in den vergangenen Tagen eine neue Qualität erreicht. Mehdi Tabatabaei, Kommunikationsbeamter im Büro des iranischen Präsidenten, reagierte auf Trumps Drohungen mit scharfen Worten: "Dieser Bastard-Narr hat in seinem Wahnsinn einen totalen Krieg in der Region entfacht". Er warf Trump vor, aus "purer Verzweiflung und Wut" zu ordinären Beschimpfungen gegriffen zu haben.

Tabatabaei stellte zudem klar, dass die Straße von Hormus erst dann wieder geöffnet werde, "wenn im Rahmen einer neuen Rechtsordnung die Schäden des aufgezwungenen Krieges vollständig aus einem Teil der Transitgebühren kompensiert werden". Der Iran beansprucht die Kontrolle über die Passage und plant die Einführung eines Mautsystems für die Durchfahrt.

Trump hatte in einer jüngeren Ansprache an die Nation sogar damit gedroht, den Iran zurück in die "Steinzeit" zu bomben. Dies markiert eine deutliche Verschärfung gegenüber seinen Äußerungen vor etwa eineinhalb Wochen, als er noch von "sehr guten und produktiven Gesprächen" sprach und sein Ultimatum verschob. Die aktuelle Frist läuft am Dienstagabend um 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (2.00 Uhr MESZ am Mittwoch) ab.