Münchner Sicherheitskonferenz: US-Delegation mit Außenminister Rubio und prominenten Trump-Gegnern
US-Delegation auf Münchner Sicherheitskonferenz mit Rubio und Trump-Gegnern

Münchner Sicherheitskonferenz: US-Delegation mit Außenminister Rubio und prominenten Trump-Gegnern

In der bayerischen Landeshauptstadt München findet von diesem Freitag bis Sonntag erneut die bedeutendste Expertentagung zur internationalen Sicherheitspolitik statt. Mehr als 60 aktive und ehemalige Staats- und Regierungschefs, etwa 100 frühere Außen- und Verteidigungsminister sowie zahlreiche Parlamentarier, Fachleute und Journalisten werden erwartet. Besondere Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf die hochrangige Delegation aus den Vereinigten Staaten von Amerika.

Die zentrale Rolle der amerikanischen Vertreter

Über 50 Mitglieder des US-Kongresses, mehrere Gouverneure und Regierungsvertreter werden in München erwartet. Angeführt wird die amerikanische Delegation von Außenminister Marco Rubio, dessen Auftreten mit Spannung erwartet wird. Die Zusammensetzung der US-Vertretung spiegelt die politischen Spannungen in Washington wider und verspricht interessante Diskussionen auf der Konferenz.

Marco Rubio: Der gemäßigte Außenminister

US-Außenminister Marco Rubio (54) kommt nach München – für viele europäische Teilnehmer dürfte dies eine Erleichterung darstellen. Im Gegensatz zu Vizepräsident J. D. Vance im Vorjahr wird von Rubio eine deutlich moderatere Rede erwartet. Vance hatte 2025 insbesondere die Europäer mit harscher Kritik an deren Demokratieverständnis und Meinungsfreiheit schockiert.

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Rubio gilt als gemäßigter als sein Vorgänger, besonders in Fragen des Ukraine-Krieges. Ende vergangenen Jahres soll er einen von Sondergesandtem Steve Witkoff ausgehandelten 28-Punkte-Plan mit Russland entschärft haben, der allgemein als moskaufreundlich eingestuft wurde. Zu Beginn seiner Amtszeit verband sich mit Rubio die Hoffnung, er könne einer der „Erwachsenen“ in Trumps Kabinett sein. Allerdings trug er auch umstrittene Entscheidungen wie die scharf kritisierte Migrationspolitik mit. Der Außenminister gilt als potenzieller Nachfolger Trumps für 2028, wobei ihm Vizepräsident Vance als Rivale gegenübersteht.

Tulsi Gabbard: Die umstrittene Geheimdienstchefin

Zu den kontroversesten Mitgliedern der US-Delegation gehört Tulsi Gabbard (44), Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste. Ihr unterstehen bedeutende Behörden wie die CIA und die National Security Agency (NSA), was sie zu einer wichtigen Gesprächspartnerin für europäische Sicherheitsexperten macht. Europa und die Ukraine sind in den vergangenen Jahren besonders auf amerikanische Geheimdienstinformationen angewiesen gewesen.

Gabbard gilt als besonders loyal gegenüber Präsident Trump und dessen Politik. Ihr wird eine zu große Nähe zu Moskau vorgeworfen, was viele Experten als Sicherheitsrisiko einstufen. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wies sie dem Westen eine Mitschuld am Konflikt zu. Zudem soll sie laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ verhindert haben, dass die NSA die Entdeckung eines Telefonats zwischen einer Person aus Trumps Umfeld und einem ausländischen Geheimdienst an die zuständigen Stellen weiterleitete.

Richard Grenell: Der ehemalige Botschafter kehrt zurück

Richard Grenell, von 2018 bis 2020 US-Botschafter in Deutschland, kehrt als Sondergesandter Trumps nach München zurück. Seine Amtszeit in Berlin war von diplomatischen Kontroversen geprägt – seine Äußerungen wurden mehrfach als undiplomatisch kritisiert. 2018 sagte er dem rechten Sender Breitbart News, er wolle „andere Konservative in ganz Europa stärken“, was als unzulässige Einmischung in innere Angelegenheiten empfunden wurde.

In seiner aktuellen Funktion traf sich Grenell Anfang 2025 mit Nicolás Maduro, der kurz darauf vom amerikanischen Militär aus Venezuela entführt wurde. Seine Rückkehr nach Deutschland dürfte bei einigen Teilnehmern gemischte Gefühle auslösen.

Gavin Newsom: Der kämpferische Gouverneur

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom (58) hat bei seinem jüngsten Europa-Besuch im Januar auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos nicht mit deutlichen Worten gespart. Er kritisierte europäische Staats- und Regierungschefs dafür, dass sie vor Trump „kuschen“ würden, statt ihm entschieden entgegenzutreten. Newsom selbst pflegt den Widerstand gegen die Trump-Regierung, ahmt deren rabiaten Stil in sozialen Netzwerken nach und verklagte Washington wegen des Einsatzes der Nationalgarde in Kalifornien.

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Seine Äußerungen auf der Sicherheitskonferenz werden aufmerksam verfolgt werden. Nicht nur regiert er mit Kalifornien die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, er gilt auch als Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten 2028.

Alexandria Ocasio-Cortez: Die progressive Ikone

Für den linken Flügel der US-Demokraten ist Alexandria Ocasio-Cortez (36) seit ihrem Einzug ins Repräsentantenhaus 2019 zu einer Symbolfigur geworden. Die Abgeordnete aus New York setzt sich für progressive Anliegen wie eine stärkere Besteuerung der Reichen, kostenlose öffentliche Universitäten und die Auflösung der Einwanderungsbehörde ICE ein.

In sicherheits- und außenpolitischen Fragen ist sie bislang weniger in Erscheinung getreten, spricht sich aber öffentlich für eine Zweistaatenlösung im Nahen Osten aus und kritisiert die Israel-Politik der Biden-Administration. Medienberichten zufolge plant sie für 2028 eine Kandidatur für den Senat oder sogar die Präsidentschaft. Die Münchner Sicherheitskonferenz könnte ihr für eine künftige außenpolitische Profilierung wichtige Kontakte bieten.

Mark Kelly: Der widerständige Senator

Der demokratische US-Senator Mark Kelly aus Arizona befindet sich in einem juristischen Streit mit der Trump-Regierung. Im November veröffentlichte er gemeinsam mit anderen Demokraten ein Video, in dem er Mitglieder der Streitkräfte aufforderte, illegale Befehle zu verweigern. Verteidigungsminister Pete Hegseth plante daraufhin, ihm seinen Rang als Oberst abzuerkennen, woraufhin Kelly das Pentagon und Hegseth verklagte.

Diese Auseinandersetzung und sein Image als Widerständler gegen die Trump-Regierung bringen Kelly derzeit große nationale Aufmerksamkeit. Als ehemaliger Kampfpilot und Astronaut ist er zudem Sicherheitsexperte und sitzt in wichtigen Ausschüssen für Streitkräfte und Geheimdienste – ideale Voraussetzungen für interessante Gespräche auf der Sicherheitskonferenz.

Lisa Murkowski: Die republikanische Kritikerin

Widerstand aus den eigenen Reihen ist in der Republikanischen Partei unter Trump selten. US-Senatorin Lisa Murkowski aus Alaska gehört zu den wenigen, die den Präsidenten offen kritisieren. Sie stimmte nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 für Trumps Amtsenthebung und lehnt dessen „imperialistische Fantasien“ bezüglich Grönland entschieden ab.

Vor kurzem reiste sie nach Kopenhagen und Grönland, um zu versichern, dass man Trumps Pläne nicht widerspruchslos hinnehmen werde. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz könnte sie eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau von Vertrauen zwischen den USA und ihren europäischen Partnern spielen.

Die Zusammensetzung der US-Delegation spiegelt die komplexe politische Landschaft in Washington wider und verspricht lebhafte Diskussionen auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2026. Von gemäßigten Stimmen wie Außenminister Rubio bis zu kontroversen Figuren wie Tulsi Gabbard und entschiedenen Trump-Gegnern wie Gavin Newsom ist das gesamte politische Spektrum vertreten.