Ukraine-Hilfe: US-Unterstützung bricht um 99 Prozent ein – Europa übernimmt mehr Lasten
US-Hilfe für Ukraine bricht ein – Europa übernimmt mehr

US-Hilfe für Ukraine bricht dramatisch ein – Europa übernimmt mehr Verantwortung

Das Gesamtvolumen der internationalen Hilfen für die Ukraine ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Dies zeigt eine aktuelle Analyse des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Obwohl Europa seine Unterstützung für das angegriffene Land massiv ausgeweitet hat, konnte der Rückzug der Vereinigten Staaten nicht kompensiert werden.

Europa stockt Hilfen auf – doch Gesamtvolumen sinkt

Laut der Auswertung des sogenannten Ukraine-Support-Trackers lag die militärische Hilfe Europas im Jahr 2025 inflationsbereinigt 67 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2024. Die finanzielle und humanitäre Unterstützung nahm sogar um 59 Prozent zu. Trotz dieser Steigerungen musste die Ukraine insgesamt mit weniger internationaler Hilfe auskommen.

Die gesamte militärische Unterstützung lag 2025 13 Prozent unter dem Schnitt der vergangenen drei Jahre. Bei der finanziellen und humanitären Hilfe betrug der Rückgang etwa fünf Prozent. Diese Entwicklung verdeutlicht, wie stark sich der Rückzug der USA auf die Gesamtunterstützung auswirkt.

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USA: Von zentraler Rolle zu minimaler Beteiligung

Zwischen 2022 und 2024 übernahmen die Vereinigten Staaten eine führende Rolle bei der Ukraine-Unterstützung. Im Durchschnitt stellten sie jährlich etwa 17,3 Milliarden Euro an militärischer Hilfe sowie 13,3 Milliarden Euro an nichtmilitärischer Unterstützung bereit.

Im Jahr 2025 reduzierte sich die US-Hilfe jedoch auf ein einziges militärisches Hilfspaket im Umfang von lediglich 0,4 Milliarden Euro. Insgesamt bedeutet dies einen Einbruch der amerikanischen Unterstützung um rund 99 Prozent. Diese dramatische Reduzierung erklärt den Rückgang des Gesamthilfevolumens trotz europäischer Aufstockungen.

EU übernimmt Hauptlast bei finanzieller Hilfe

Die Europäische Union stellte laut der Analyse nahezu 90 Prozent der finanziellen und humanitären Hilfe bereit, was konkret 35,1 Milliarden Euro entspricht. Christoph Trebesch, Leiter des Forschungsprojekts am Kiel Institut, betont einen klaren Trend: „Der Anteil der EU in diesem Bereich nimmt kontinuierlich zu.“

Trebesch zufolge führt diese Entwicklung zu einer fairen Lastenverteilung, die sich am Anteil jedes Landes am Bruttoinlandsprodukt der Union orientiert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist eine zentrale Kennzahl für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Staates.

Große regionale Unterschiede bei Militärhilfe

Die militärische Unterstützung für die Ukraine, die unter anderem Munition umfasst, stammt überwiegend aus West- und Nordeuropa. Trebesch beobachtet hier eine steigende Tendenz: „Einige wenige Länder leisten immer mehr.“

Die Analyse zeigt wachsende Unterschiede innerhalb Europas:

  • Westeuropa trug in den vergangenen drei Jahren 50 bis 60 Prozent der europäischen Militärhilfe bei
  • Nordeuropa steigerte seinen Beitrag von 18 Prozent im Jahr 2022 auf 36 Prozent im Folgejahr und hält seither ein hohes Niveau
  • Süd- und Osteuropa verringerten ihren Unterstützungsanteil seit 2022 kontinuierlich

Hintergrund der Datenerhebung

Der Ukraine-Support-Tracker des Kiel Instituts erfasst seit dem 24. Januar 2022 militärische, finanzielle und humanitäre Hilfszusagen für die Ukraine. Die Erhebung begann damit einen Monat vor Beginn der völkerrechtswidrigen Invasion Russlands. Als Datenquellen dienen Regierungsstellen und Medienberichte von insgesamt 40 Ländern.

Die aktuelle Analyse unterstreicht die veränderte Geografie der Ukraine-Unterstützung: Während Europa seine Verantwortung erhöht, ziehen sich die USA als bisheriger Hauptgeber fast vollständig zurück. Diese Verschiebung hat direkte Auswirkungen auf die Gesamthilfe, die der Ukraine zur Verfügung steht.

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