USA ziehen nach zehn Kriegstagen Bilanz: Über 5000 Ziele angegriffen
Zehn Tage nach Beginn der gemeinsamen US-israelischen Militäroperationen gegen Iran hat das US-Zentralkommando (Centcom) eine erste umfassende Bilanz vorgelegt. In einer offiziellen Meldung auf der Plattform X teilte die Kommandobehörde mit, dass mehr als 5000 Ziele auf iranischem Territorium angegriffen worden seien. Zu den zerstörten oder schwer beschädigten Objekten zählen demnach unter anderem militärische Kommandozentralen, Flugabwehrsysteme, Abschussrampen für ballistische Raketen sowie Produktionsstätten für Drohnen und Raketen. Darüber hinaus gab Centcom bekannt, dass mindestens 50 iranische Schiffe zerstört oder beschädigt wurden.
Trump spekuliert über baldiges Kriegsende – Iran kontert scharf
US-Präsident Donald Trump äußerte sich in einem Telefoninterview mit CBS News optimistisch über einen möglichen baldigen Abschluss der Kampfhandlungen. "Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe", so Trump. Der Krieg verlaufe "weit vor dem Zeitplan" und werde "ziemlich schnell vorbei sein". In einer späteren Pressekonferenz fügte er hinzu, der Konflikt sei nur "ein kurzer Ausflug".
Die iranischen Revolutionswächter reagierten umgehend mit einer scharfen Erwiderung auf diese Aussagen. In einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Mitteilung hieß es unmissverständlich: "Wir sind diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden". Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und der Zeitpunkt des Kriegsendes lägen ausschließlich in den Händen der Islamischen Republik Iran.
Wirtschaftliche Auswirkungen und diplomatische Kontakte
Die Äußerungen Trumps zum möglichen baldigen Kriegsende zeigten unmittelbare Auswirkungen auf die internationalen Finanzmärkte. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent fiel nach dem CBS-Interview auf 89,20 US-Dollar pro Fass – ein deutlicher Rückgang gegenüber den über 100 US-Dollar, die in der Nacht zu Montag erreicht worden waren. Parallel dazu schlossen die US-Börsen mit positiven Entwicklungen.
Auf diplomatischer Ebene fand am Montag ein einstündiges Telefonat zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin statt. Laut Kreml-Berater Jurij Uschakow diskutierten beide Staatschefs "sachlich, offen und konstruktiv" über die Konflikte in Iran und der Ukraine. Putin habe Überlegungen für eine politisch-diplomatische Lösung des Irankrieges geäußert, während Trump die Bedeutung einer Beilegung des Ukraine-Konflikts betonte.
Weitere Entwicklungen und Opferzahlen
Das US-Zentralkommando bestätigte zudem, dass die Zahl der im Irankrieg gefallenen US-Einsatzkräfte von sechs auf sieben gestiegen ist. Sergeant Benjamin N. Pennington erlag demnach den Verletzungen, die er bei einem Angriff auf US-Soldaten in Saudi-Arabien erlitten hatte. Die ursprünglich von der US-Regierung genannte Kriegsdauer von vier bis sechs Wochen wird durch die jüngsten Entwicklungen und Aussagen in Frage gestellt.
Die Eskalation im Nahen Osten entwickelt sich zu einem Konflikt mit globalen Auswirkungen, der andere regionale Spannungen beeinflusst und die internationale Gemeinschaft vor erhebliche Herausforderungen stellt. Die widersprüchlichen Einschätzungen zum Kriegsverlauf und -ende zwischen den USA und Iran deuten auf anhaltende Unsicherheiten und mögliche weitere Entwicklungen hin.



