Haushaltsstreit in den USA: Heimatschutzministerium droht Finanzierungslücke
USA: Haushaltsstreit bedroht Finanzierung des Heimatschutzministeriums

Haushaltsstreit in den USA: Heimatschutzministerium droht Finanzierungslücke

In den Vereinigten Staaten zeichnet sich eine politisch höchst brisante Finanzkrise ab: Dem Heimatschutzministerium, das die umstrittene Einwanderungs- und Zollbehörde ICE beherbergt, könnte bereits in Kürze das Geld ausgehen. Grund dafür ist ein erbitterter Streit zwischen Demokraten und Republikanern über den Haushalt des Ministeriums, das auch für die berüchtigten Razzien gegen Migranten in amerikanischen Städten verantwortlich ist. Eine Einigung zwischen den politischen Lagern ist derzeit nicht in Sicht.

Politische Blockade im Senat

Ausgerechnet bei jener Behörde, die seit Monaten wegen ihrer harten und teilweise tödlichen Einsätze in der Kritik steht, spitzt sich der Haushaltskonflikt dramatisch zu. Im Senat scheiterte eine wichtige Vorabstimmung über den Etat des Ministeriums. Damit rückt eine akute Finanzierungslücke näher, da die bisherige Übergangsfinanzierung in der Nacht zum kommenden Samstag ausläuft. Die Republikaner von US-Präsident Donald Trump waren auf die Stimmen der Demokraten angewiesen, doch die Opposition verweigerte konsequent ihre Zustimmung.

Ihr zentraler Vorwurf: Der von den Republikanern vorgeschlagene Haushalt ignoriere vollständig die Forderungen der Demokraten nach umfassenden Reformen bei den Einsätzen der Bundes-Sicherheitskräfte. Die Demokraten pochen auf strengere Regularien und mehr Transparenz bei den Operationen.

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Umstrittene Einsätze und landesweite Proteste

Beamte der ICE und anderer Bundesbehörden stehen hinter den berüchtigten Razzien gegen Migranten in zahlreichen amerikanischen Metropolen. Nach den tödlichen Schüssen durch ICE-Beamte auf zwei US-Bürger in Minneapolis im Januar kam es zu landesweiten Protestwellen. Dieses rabiate Vorgehen ist integraler Bestandteil von Trumps aggressiver Abschiebepolitik.

Aus Protest gegen diese Praktiken bewilligten die Demokraten die Haushaltsmittel für das Heimatschutzministerium zuletzt nur vorübergehend. Ihr erklärtes Ziel: die Durchsetzung schärferer Regeln für die Einsätze der Bundesbeamten. Konkret fordern sie unter anderem, dass Einsatzkräfte nicht mehr vermummt auftreten dürfen und verpflichtend sogenannte Bodycams am Körper tragen müssen.

Folgen der möglichen Finanzierungslücke

Sollte ab Samstag tatsächlich kein neues Geld fließen, würden wesentliche Teile des Ministeriums stillstehen. Zum Heimatschutzministerium gehören neben der ICE auch die Katastrophenschutzbehörde FEMA, die Küstenwache, der Grenzschutz (CBP) und die Transportsicherheitsbehörde (TSA), die für die Kontrollen an amerikanischen Flughäfen zuständig ist.

Interessanterweise dürfte sich an der Umsetzung von Trumps umstrittener Migrationspolitik kurzfristig jedoch wenig ändern. Der Behörde ICE stehen noch andere Finanzmittel zur Verfügung, die bereits zuvor bewilligt worden waren und nicht von der aktuellen Blockade betroffen sind.

Kein umfassender Government Shutdown

Ein größerer Government Shutdown – also ein vollständiger Stillstand von Regierungsgeschäften – ist nach aktueller Lage ausgeschlossen. Der Kongress hat den Haushalt für alle anderen Ministerien bereits verabschiedet. Lediglich der Etat des Heimatschutzministeriums bleibt weiterhin hart umkämpft und ungeklärt.

Die politische Pattsituation verdeutlicht die tiefen Gräben in der amerikanischen Innenpolitik und wirft Fragen über die Zukunft der Migrations- und Sicherheitspolitik der Vereinigten Staaten auf. Beobachter rechnen mit weiteren intensiven Verhandlungen in den kommenden Tagen.

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