Nach Verhandlungen: Vance sieht Iran bei Uran-Frage am Zug - USA verschärfen Sanktionen
Vance sieht Iran bei Uran-Frage am Zug - USA verschärfen Sanktionen

Verhandlungen ohne Durchbruch: USA und Iran bleiben in Uran-Frage gespalten

Nach der ersten direkten Verhandlungsrunde zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran seit Kriegsbeginn zeigt sich US-Vizepräsident JD Vance trotz ergebnisloser Gespräche optimistisch. In einem Interview mit Fox News betonte er, dass echte Fortschritte erzielt worden seien, verwies jedoch gleichzeitig auf die entscheidende Rolle Teherans bei der Lösung der Uran-Frage.

Zwei Kernforderungen der USA bleiben unerfüllt

Laut Vance konzentrieren sich die amerikanischen Forderungen auf zwei zentrale Punkte:

  • Die Verbringung hochangereicherten Urans außer Landes
  • Eine dauerhafte Verhinderung der Urananreicherung durch den Iran
Zwar habe die iranische Seite in diesen Bereichen Bewegung gezeigt, doch nicht weit genug, um eine Einigung zu ermöglichen. Die Frage nach weiteren Verhandlungsrunden ließ Vance bewusst offen.

Medien: USA fordern 20-jähriges Uran-Moratorium

Medienberichten von Axios und dem Wall Street Journal zufolge haben die USA ihre bisherige Position aufgeweicht und fordern nun ein 20-jähriges Moratorium für die Urananreicherung. Dies markiert eine deutliche Abweichung von früheren Äußerungen Präsident Trumps, der jegliche Anreicherung kategorisch ausgeschlossen hatte.

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Der Iran seinerseits soll laut den Berichten einem deutlich kürzeren Zeitraum zugestimmt haben – im einstelligen Bereich oder wenige Jahre. Diese Diskrepanz verdeutlicht die tiefe Kluft zwischen den Verhandlungspositionen.

USA verschärfen Druck mit Hormus-Blockade

Parallel zu den diplomatischen Bemühungen verschärfen die USA ihren Kurs gegenüber dem Iran. Das US-Regionalkommando Centcom kündigte an, ab Montagnachmittag die Straße von Hormus für alle Schiffe zu blockieren, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollen.

Diese Maßnahme stößt auf internationale Kritik. Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur Bedenken: „Das führt alles dazu, dass die Lage noch instabiler wird und dass wir wirtschaftliche Konsequenzen bei Energiepreisen und Lieferketten weiter auch bei uns spüren.“

Iran macht USA für Scheitern verantwortlich

Der iranische Präsident Massud Peseschkian wies die Schuld für das Scheitern der Friedensgespräche deutlich zurück. In einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron beschuldigte er die USA, durch „überzogene Forderungen“ und mangelnden politischen Willen eine Einigung verhindert zu haben.

UN-Generalsekretär António Guterres mahnte indes zur Geduld. Die Gespräche in Islamabad hätten die Ernsthaftigkeit des Engagements beider Seiten demonstriert, doch angesichts der tief verwurzelten Differenzen könne eine Einigung nicht über Nacht erzielt werden.

Vance pocht auf baldiges Kriegsende

Trotz der ungewissen Verhandlungsaussichten betonte Vance die Bereitschaft der USA, ihr militärisches Engagement zurückzufahren. „Der Präsident hat gesagt, dass das nicht für immer andauern würde“, erklärte der Vizepräsident und verwies darauf, dass die ursprünglich genannten Zeitrahmen von vier bis sechs Wochen bereits abgelaufen seien.

Die nächsten Tage werden zeigen, ob die diplomatischen Kanäle offen bleiben oder ob die Eskalationsspirale durch die jüngsten Sanktionen weiter angeheizt wird. Beobachter erwarten mit Spannung, ob das angekündigte zweite Treffen an diesem Donnerstag tatsächlich stattfinden wird.

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