Russische Fregatte feuert Warnschüsse auf britische Yacht im Ärmelkanal
Warnschüsse im Ärmelkanal: Russische Fregatte trifft auf britische Yacht

Eine russische Fregatte hat im Ärmelkanal Warnschüsse auf eine unter britischer Flagge fahrende Yacht abgegeben. Ziel war es, eine Kollision der beiden Schiffe zu verhindern, wie das russische und das britische Verteidigungsministerium übereinstimmend mitteilten. Der Vorfall ereignete sich bei dichtem Nebel rund 37 Kilometer südlich der Isle of Wight außerhalb der britischen Hoheitsgewässer. Verletzt wurde niemand.

Details des Vorfalls

Die Besatzung der Fregatte „Admiral Grigorowitsch“ habe die Yacht auf einem Kollisionskurs gesichtet, erklärte das russische Ministerium. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, Funkkontakt aufzunehmen, habe das Kriegsschiff Warnschüsse abgegeben, darunter mit Handfeuerwaffen. Die Yacht habe daraufhin ihren Kurs geändert. Das britische Verteidigungsministerium bestätigte diese Darstellung. Über den Abstand der Schiffe gab es unterschiedliche Angaben: Während das russische Ministerium von 150 Metern sprach, hieß es aus mit dem Vorfall vertrauten Kreisen, die Schiffe seien rund 450 Meter voneinander entfernt gewesen. Ein Schiff der Royal Navy hat nach britischen Regierungsangaben die Fregatte überwacht und der Yacht-Besatzung Unterstützung geleistet.

Reaktion der Yacht-Besatzung

Besatzungsmitglieder der in Großbritannien registrierten Yacht haben die Warnschüsse in Richtung ihres Schiffs als ungerechtfertigt kritisiert. Das britische Rentnerpaar Jane und Alan Kelvey beschrieb den Vorfall in einem Interview mit der BBC als „surreal“. Jane Kelvey schilderte, dass nach fünfmaligem Ertönen des Horns der russischen Fregatte „Admiral Grigorowitsch“ die Yacht sofort zwei Grad Richtung Hafen gewendet habe, um zu zeigen, dass sie eine Kursänderung vorgenommen habe. Etwa eine Minute später sei das Signalhorn erneut fünf Mal erklungen, gefolgt von vier bis fünf Schüssen kleinen Kalibers. „Das galt nicht uns – es waren Warnschüsse in die Luft, glauben wir“, sagte Jane Kelvey. Den Vorwurf Russlands, ihre Yacht habe sich auf einem gefährlichen Kollisionskurs befunden, wies sie zurück. Ihr Mann bezeichnete die Schüsse als „nicht notwendig“.

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Hintergrund der Spannungen

Der Zwischenfall ereignete sich vor dem Hintergrund massiver Spannungen zwischen Russland und westlichen Staaten wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Erst am Sonntag hatte die britische Marine im Ärmelkanal einen mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehörenden Öltanker aufgebracht. Britische Soldaten enterten den mit Sanktionen belegten Öltanker „Smyrtos“. Es war der erste derartige Einsatz Großbritanniens, um russische Einnahmen aus dem Ölgeschäft für den Krieg zu blockieren. Das britische Verteidigungsministerium erklärte jedoch, die Warnschüsse vom Dienstag stünden nach eigener Einschätzung nicht im Zusammenhang mit dem Einsatz am Sonntag. Es handle sich um einen Einzelfall. Die „Admiral Grigorowitsch“ hatte im April Tanker mit russischem Öl durch den Ärmelkanal eskortiert.

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