KI-Einsatz im Bundesdigitalministerium: Wildberger in der Kritik
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) steht im Mittelpunkt einer Diskussion über die Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) zur Texterstellung. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass Wildberger KI als Arbeitswerkzeug einsetze. Dies sei Teil seiner Überzeugung, dass Deutschland den produktiven und maßvollen Umgang mit KI schnell erlernen müsse, auch in der Politik.
Vorwürfe der „Zeit“
Die Wochenzeitung „Die Zeit“ hatte berichtet, Wildberger habe „offenbar“ mehrere Reden und Gastbeiträge für Zeitungen zu großen Teilen von KI schreiben lassen. Eine Analyse mit einer speziellen Software ergab laut „Zeit“, dass ein Beitrag für das „Handelsblatt“ aus dem April fast vollständig von einer KI stammte. Ein weiterer Beitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) vom März sei überwiegend KI-generiert gewesen. Auch eine Rede vor dem Atlantic Council in Washington, D.C. im Juli 2024 soll komplett von einer KI verfasst worden sein, und mehrere Reden im Bundestag wiesen einen hohen KI-Anteil auf.
Reaktionen und Prüfung
Das Ministerium kündigte an, die betreffenden Texte nun zu prüfen. Wildberger selbst äußerte sich bislang nicht direkt zu den Vorwürfen. Die Affäre wirft Fragen zur Transparenz und zum Einsatz von KI in der politischen Kommunikation auf. Kritiker bemängeln, dass die Leser der Gastbeiträge nicht über die Nutzung von KI informiert wurden. Befürworter sehen darin hingegen einen notwendigen Schritt, um den Umgang mit modernen Technologien zu erlernen.



