Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Szenario eines AfD-Regierungswechsels
Die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wirft ihre Schatten voraus. Sollte die AfD an die Macht kommen, könnte dies weitreichende Folgen für den Verfassungsschutz haben. Konkret besteht die Sorge, dass Rechtsextreme Zugang zu geheimen Informationen des Geheimdienstes erhalten könnten. Vor der Innenministerkonferenz (IMK) kursieren daher Überlegungen für den „Worst Case“.
Experten warnen, dass eine AfD-geführte Regierung in Magdeburg die Kontrolle über den Verfassungsschutz des Landes übernehmen könnte. Dies würde es ermöglichen, vertrauliche Vorgänge, laufende Ermittlungen und Quellen preiszugeben. Die Innenminister der Länder und des Bundes beraten daher über präventive Schutzmaßnahmen.
Mögliche Schutzmaßnahmen diskutiert
Zu den diskutierten Optionen gehört die vorzeitige Löschung sensibler Daten oder deren Überführung in den Bundeszuständigkeitsbereich. Auch eine verstärkte Kontrolle durch unabhängige Gremien wird erwogen. Ziel ist es, zu verhindern, dass die AfD den Verfassungsschutz für ihre politischen Zwecke missbrauchen kann.
Die AfD selbst kritisiert die Debatte als undemokratisch und spricht von einer „Hexenjagd“. Doch die Alarmierung kommt nicht von ungefähr: In Sachsen-Anhalt hat die AfD in Umfragen zugelegt und könnte nach der Wahl im Juni 2026 eine Regierung bilden. Der Verfassungsschutz beobachtet die AfD in Sachsen-Anhalt bereits als rechtsextremistischen Verdachtsfall.
Bundesinnenministerium zeigt sich besorgt
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat die Diskussion um einen möglichen AfD-Zugriff auf Geheimdienstdaten als „sehr ernst“ bezeichnet. Man arbeite an Konzepten, um die Sicherheit der Verfassungsschutzinformationen zu gewährleisten. Details wollte sie jedoch nicht nennen. Die IMK tagt in der kommenden Woche, um weitere Schritte zu beraten.
Die Szenarien erinnern an ähnliche Diskussionen in Thüringen, wo die AfD ebenfalls stark ist. Dort wurden bereits Maßnahmen ergriffen, um sensible Daten zu schützen. In Sachsen-Anhalt könnte nun ein ähnlicher „Stresstest“ bevorstehen, wie es in Sicherheitskreisen heißt.



