Teures Adventskonzert: Söders Gala kostete Steuerzahler 130.000 Euro
Mitte Dezember lud Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zu einem pompösen Adventskonzert in das prunkvolle Münchner Cuvilliéstheater ein. Nun wurde bekannt, dass diese Veranstaltung den Steuerzahler rund 130.000 Euro gekostet hat. Diese Information ergibt sich aus einer Antwort der Staatskanzlei auf wiederholte Anfragen der Grünen im bayerischen Landtag, die der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt. Zuvor hatte bereits der "Münchner Merkur" über die Kosten berichtet.
Prominente Gäste und bayerische Kulturhighlights
Das Adventskonzert erinnerte nicht nur wegen Moderator Florian Silbereisen an eine große Fernsehgala. Söder hatte für die Premierenveranstaltung zahlreiche kulturelle und musikalische Highlights Bayerns aufgeboten: Die Regensburger Domspatzen, Haindling, Claudia Koreck, die Staatsphilharmonie Nürnberg und das Nürnberger Christkind sorgten für festliche Stimmung. Auch zahlreiche Prominente waren zum Konzert und dem anschließenden Empfang erschienen, darunter Ex-"Tatort"-Kommissar Udo Wachtveitl, Schauspielerin Veronica Ferres und Fußball-Weltmeister Paul Breitner.
Zögerliche Offenlegung der Kosten durch Staatskanzlei
Nach Angaben der Grünen-Landtagsfraktionsvize Claudia Köhler hatte sich die Staatskanzlei lange gesträubt, die genaue Summe zu nennen. Es seien "zwei Anfragen und eine Monierung mit mindestens vier Verwaltungsakten" notwendig gewesen, bis Staatskanzleichef Florian Herrmann auf Nachfrage von Landtagspräsidentin Ilse Aigner (beide CSU) die geforderte Auskunft erteilte. "Die Versuche, eine korrekte Antwort zu umgehen, lassen mich hoffen, dass der Ministerpräsident wenigstens ein schlechtes Gewissen hat", erklärte Köhler.
Herrmann hatte in seiner Antwort darauf verwiesen, dass die Kosten nur wegen des Zeitpunktes der Anfrage noch nicht hätten genannt werden können. Aus Sicht Köhlers wäre das Geld jedoch besser bei den Musikschulen im Land aufgehoben gewesen. Sie kritisierte, dass im Entwurf des Haushaltsplans 2026 etwa 1,242 Millionen Euro im Vergleich zum Ansatz 2025 fehlten.
Spardiskussion trotz großzügiger Veranstaltung
Gemessen am Umfang des bayerischen Staatshaushaltes sind die 130.000 Euro zwar keine riesige Summe. Allerdings hatte Söder bei der Aufstellung des Etats für 2026 und 2027 wiederholt betont, dass wegen knapper werdender Mittel künftig an Empfängen und Veranstaltungen gespart werden solle. Geplant sind unter anderem:
- Keine neuen Stellen für Ministerien oder die Staatskanzlei
- Kürzungen von je 5 Prozent bei den Ausgaben in den Häusern
Diese Sparmaßnahmen stehen im Kontrast zu den Kosten des Adventskonzerts und werfen Fragen zur Prioritätensetzung der Staatsregierung auf. Die Diskussion um angemessenen Umgang mit Steuergeldern bei repräsentativen Veranstaltungen dürfte damit weiter anhalten.



