200 Biker setzen starkes Zeichen für Demokratie und Erinnerung
200 Biker für Demokratie und Erinnerung

Ein eindrucksvolles Zeichen für Demokratie und Erinnerungskultur setzten am Sonnabend gut 200 Motorradfahrer bei der 26. Sternfahrt im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Der kilometerlange Konvoi, begleitet von einer Polizeieskorte, machte an mehreren Stationen Halt, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern und ein Bekenntnis für Toleranz abzulegen.

Start in Ludwigslust und erster Halt in Hagenow

Bei sonnigem Wetter starteten die Biker am Morgen in Ludwigslust. Die erste große Rast führte sie nach Hagenow, wo die Stadt ihr öffentliches Gedenken extra auf die Ankunft der Motorradfahrer verlegt hatte. In der Gedenkstätte für Opfer des KZ Wöbbelin legten die Teilnehmer Kränze nieder und gedachten der 144 Menschen, die dort ihre letzte Ruhe fanden.

Mahnende Worte von Organisator Reinhard Mach

Reinhard Mach, Ex-Politiker und Organisator der Tour, hielt eine bewegende Rede. Er betonte, dass das Gedenken an die Vergangenheit wichtiger denn je sei, da die Zeitzeugen immer weniger würden. „Ich frage mich bis heute, wie es dazu kommen konnte, dass der Nationalsozialismus und der Hass auf eine Gruppe von Menschen gesellschaftsfähig wurden“, so Mach. Er warnte vor den „kleinen Schritten“, die damals zur Gewöhnung an Unrecht geführt hätten, und sah Parallelen zu aktuellen extremistischen Bestrebungen.

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Weiterfahrt über Wittenburg und Vellahn nach Lübtheen

Von Hagenow aus ging die Fahrt über Wittenburg und Vellahn nach Lübtheen. Dort empfing Bürgermeisterin Ute Lindenau die Biker zum sechsten Mal. Sie erinnerte an den ersten Besuch der Tour, der damals von Sturm und Regen begleitet war. Der Tag der Befreiung sei wichtig zum Nachdenken, und sie dankte allen Helfern, insbesondere dem Förderverein der Feuerwehr, der die Mittagsversorgung übernahm.

Abschluss in Ludwigslust

Nach einem weiteren Stopp in Neu Kaliß führte die Route über Grabow zurück nach Ludwigslust, wo die Sternfahrt endete. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Förderverein der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, dem Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes sowie mehreren Städten und Gemeinden. Die Biker setzten damit ein unüberhörbares Zeichen gegen das Vergessen und für eine demokratische Gesellschaft.

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