21 neue Gesellen in der Prignitz: Traditionelle Freisprechung im Gasthof Düpow
21 neue Gesellen in der Prignitz feierlich freigesprochen

Traditionelle Gesellenfreisprechung: 21 junge Handwerker in der Prignitz starten ins Berufsleben

Im historischen Gasthof Düpow fand am Freitagnachmittag eine feierliche Zeremonie statt, bei der 21 ehemalige Auszubildende offiziell zu Gesellen ernannt wurden. Die traditionelle Freisprechungsfeier markiert den Abschluss der Lehrzeit und den Beginn der beruflichen Karriere im Handwerk.

Elektroniker und Kfz-Mechatroniker im Fokus

Unter den neu ernannten Gesellen befanden sich 13 Elektroniker und acht Kfz-Mechatroniker, die ihre Ausbildung in verschiedenen Betrieben der Region erfolgreich abgeschlossen haben. Die Veranstaltung im großen Saal der Gaststätte folgte einem jahrhundertealten Brauch, der bis heute unverändert praktiziert wird.

„Ein bisschen aufregend. Ist gleich ein ganz anderes Gefühl“, beschrieb Tim Krüger seine Empfindungen nach der offiziellen Lossprechung. Jonas Schenke, der seine Lehre beim Elektroanlagenbau Kammeyer absolvierte, ergänzte: „Im Endeffekt ist das heute ja nur die Feierlichkeit. Wir haben ja schon vor vier Wochen erfahren, dass wir bestanden haben.“ Dennoch betonte er die besondere Bedeutung dieser Zeremonie, die den tatsächlichen Abschluss der Lehrzeit symbolisiert.

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Appell an die Region und das Handwerk

Während der Feierstunde hielten zwei bedeutende Vertreter der regionalen Wirtschaft und des Handwerks bewegende Reden. Konrad Ahrendt von der Wirtschaftsinitiative Westprignitz betonte in seiner Laudatio: „Das Handwerk ist resilient. Das Handwerk ist nicht romantisch, aber systemrelevant. Sie werden gebraucht.“

Robert Wüst, der im Namen der Handwerkskammer Potsdam sprach, appellierte an die jungen Handwerker: „Gestalten Sie ihre Zukunft hier in Brandenburg, denn Brandenburg braucht Sie.“ Dieser Aufruf, in der Region zu bleiben und das Handwerk vor Ort zu stärken, war ein zentrales Thema der Veranstaltung.

Alter Brauch mit symbolischer Bedeutung

Das Herzstück der Zeremonie bildete das traditionelle Lossprechen vom Lehrlingsleben. Dabei wurden die jungen Handwerker mit drei symbolischen Schlägen auf einer alten Holztruhe in ihr weiteres Berufsleben entlassen:

  1. Der erste Schlag steht für die Anerkennung des erreichten Gesellentitels
  2. Der zweite Schlag mahnt zur fortwährenden Ehrung der Meisterhandwerker
  3. Der dritte Schlag ruft zur Treue gegenüber dem Handwerk und zu gewissenhafter Arbeit auf

Während dieser zeremoniellen Akte saßen die Ausbilder und Geschäftsführer der Betriebe an einem separaten Tisch, sichtlich stolz auf ihre ehemaligen Auszubildenden. Bei manchen mögen Erinnerungen an die eigene Freisprechung geweckt worden sein, denn dieser Brauch hat sich seit Generationen nicht verändert.

Stolze Betriebe und persönliche Erfolgsgeschichten

Björn Pahl, der seit 22 Jahren für die Firma Elektroanlagenbau Kammeyer in Meyenburg arbeitet und seit vergangenem Jahr einen Ausbilderschein besitzt, zeigte sich begeistert: „Ich freue mich immer, wenn wir mal neue Lehrlinge finden, die das auch gerne ausüben wollen.“ Stolz berichtete er: „Unser Lehrling ist übernommen worden.“

Trotz der Erfolge gab es in diesem Jahr auch einen Ausbildungsabbruch, was für Handwerksbetriebe stets eine Herausforderung darstellt, da sie erhebliche Zeit- und Geldressourcen in jede Lehre investieren. „Der hatte sich wahrscheinlich etwas anderes darunter vorgestellt gehabt“, erklärte Pahl die Situation. Dennoch bleibt der Betrieb optimistisch und bildet bereits zwei neue Lehrlinge aus.

Feierlicher Abschluss und Zukunftsperspektiven

Nach den feierlichen Reden von Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam, und Konrad Ahrendt, zweiter Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative Westprignitz, erhielten die frischgebackenen Gesellen gruppenweise ihre Urkunden und Blumensträuße. Anschließend wurde angestoßen und die Erfolge gefeiert – sowohl bei der offiziellen Veranstaltung als auch später im privaten Rahmen.

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Die 21 neuen Gesellen stehen nun vor der Herausforderung, ihre erlernten Fähigkeiten in der Praxis anzuwenden und das Handwerk in der Prignitz und ganz Brandenburg weiterzuentwickeln. Ihre erfolgreiche Ausbildung unterstreicht die Bedeutung des Handwerks für die regionale Wirtschaft und zeigt, dass traditionelle Berufe auch in modernen Zeiten unverzichtbar bleiben.