275 Feuerwehreinsätze im Landkreis Rostock: Tauwetter löst massive Überschwemmungen aus
Das plötzliche Tauwetter am vergangenen Wochenende hat im Landkreis Rostock zu einer dramatischen Hochwasserlage geführt. Innerhalb kurzer Zeit mussten die Freiwilligen Feuerwehren des Kreises insgesamt 275 Einsätze bewältigen, um überflutete Straßen, Dörfer und Höfe zu entwässern und Gebäude zu sichern. Die Einsatzkräfte waren nahezu ohne Pause im Dauereinsatz, um die Folgen des massenhaft anfallenden Schmelzwassers zu bekämpfen.
Kritische Infrastruktur am Umspannwerk Bentwisch
Besonders kritisch gestaltete sich die Situation am Umspannwerk in Bentwisch. Dort lag der Wasserstand noch etwa 1,20 Meter über dem Normalniveau, sodass Wasserpumpen der Feuerwehr seit dem 22. Februar um 21.30 Uhr im Dauerbetrieb laufen, um das Wasser kontinuierlich abzuleiten. Die Kreisverwaltung betont die anhaltende Gefährdung dieser wichtigen Infrastruktureinrichtung.
Überflutungen im gesamten Amtsgebiet von Schwaan
Im Amtsgebiet von Schwaan waren alle freiwilligen Feuerwehren am Wochenende wegen Überschwemmungen im Dauereinsatz. „Wir hatten von Samstagmittag bis Sonntagabend 20 wasserbedingte Einsätze“, berichtet Amtswehrführer Thomas Kulow. Die Verbindungsstraße zwischen Wiendorf und Niendorf musste nach dreimaligem Abpumpen durch die Feuerwehr Wiendorf schließlich gesperrt werden, da sie immer wieder überflutet wurde. Die Sperrung wird voraussichtlich bis Dienstagmittag andauern.
Einsätze in Letschow und Göldenitz
In Letschow drohte das Schmelzwasser von umliegenden Ackerflächen direkt in die Keller des Dorfes zu fließen. Die Feuerwehr Schwaan bedankte sich bei den Anwohnern für die großartige Unterstützung während der stundenlangen Einsätze: „Die Anwohner versorgten uns mit Kaffee, Getränken sowie Bockwurst, Brötchen und Süßigkeiten. Diese Hilfsbereitschaft ist keineswegs selbstverständlich“. In Göldenitz verwandelte sich der Platz am Dorfgemeinschaftshaus in einen See, und in Groß Grenz bei Bröbberow wurde die Straße überflutet.
Weitere betroffene Orte und Unterstützung durch das THW
Weitere betroffene Orte waren:
- Langhagen, wo wegen der Feuchtigkeit eine Mauer einzustürzen drohte
- Der Trechower Weg und mehrere Häuser in der Lange Straße in Bernitt
- Der Hof Tatschow und die Bandower Chaussee
- Vorbeck, wo sich eine Hofstelle in einen See verwandelte
Unterstützung erhielten die Feuerwehren vom Technischen Hilfswerk (THW), dessen Einsatzkräfte mit Pumptechnik vor Ort waren und etwa 14 Tonnen Sand in Sandsäcke füllten, um Gebäude zu sichern und das Eindringen von Wasser zu verhindern.
Lage entspannt sich allmählich
Viele der zuvor gesperrten Straßen im Landkreis sind inzwischen wieder freigegeben. „Die allgemeine Lageentwicklung ist positiv, und die Situation stabilisiert sich weiter“, heißt es in einer Pressemitteilung. Durch die steigenden Temperaturen über dem Gefrierpunkt kann das Wasser besser versickern und abfließen, sodass trotz angekündigter Niederschläge in den kommenden Tagen keine kritische Verschärfung der Lage erwartet wird.
Im Stadtgebiet von Güstrow blieb die Feuerwehr glücklicherweise verschont. „Wir wurden nicht alarmiert“, bilanziert der stellvertretende Wehrführer Toni Möller. Die massiven Einsätze konzentrierten sich somit auf die ländlichen Gebiete des Landkreises Rostock, wo das Tauwetter besonders verheerende Auswirkungen hatte.



