Berlin - Am Freitag und Samstag wird mit zahlreichen Demonstrationen und Gedenkveranstaltungen an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und die Befreiung von der Nazi-Herrschaft im Mai 1945 erinnert. Besonders an den sowjetischen Ehrenmalen im Treptower Park und nahe dem Brandenburger Tor versammeln sich verschiedene russische und deutsche Gruppen und Initiativen. Traditionell werden Kränze niedergelegt.
Schülerproteste gegen die Wehrpflicht
Zusätzlich zu den Gedenkveranstaltungen finden am Freitag bundesweite Demonstrationen von Schülern gegen die Wehrpflicht statt. In Berlin ist am Mittag ein Zug mit 2.000 Teilnehmern vom Brandenburger Tor zum Lützowplatz geplant. Autofahrer müssen mit zeitweiligen Straßensperrungen in den betroffenen Bereichen und umliegenden Straßen rechnen.
Gedenkveranstaltung im Treptower Park
Um 12.00 Uhr findet in der Puschkinallee am Treptower Park eine Gedenkveranstaltung mit 500 angemeldeten Teilnehmern statt. Weitere Demonstrationen im Laufe des Tages haben deutlich weniger Teilnehmer.
Veranstaltungen am Samstag
Am Samstagvormittag ist eine Demonstration zum Gedenken an gefallene sowjetische Soldaten im Zweiten Weltkrieg geplant. Der Zug führt um 11.00 Uhr vom Brandenburger Tor zum sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten, angemeldet sind 1.000 Menschen.
Polizeiliche Begleitung und Verbote
Die Polizei wird die Demonstrationen begleiten. Wie in den vergangenen Jahren sind russische Flaggen und Symbole, militärische Uniformen, Uniformteile und Abzeichen, Marsch- und Militärlieder sowie Symbole zur Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine verboten. Ausgenommen sind Veteranen des Weltkriegs, Diplomaten und Vertreter einiger Staaten.
Mögliche Teilnahme der „Nachtwölfe“
Ob auch russische oder deutsche Mitglieder des prorussischen und nationalistischen Motorradclubs „Nachtwölfe“ erwartet werden, ist noch nicht endgültig klar. In den letzten Jahren legten sie Kränze nieder und wurden von der Polizei eng begleitet.
Hintergrund: 80. Jahrestag und Ukraine-Krieg
Vor einem Jahr wurde das Gedenken an das Kriegsende wegen des 80. Jahrestages groß begangen. Besondere Brisanz hatte das Thema wegen des russischen Krieges gegen die Ukraine. Mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht endete 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa. Generäle unterzeichneten in der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1945 ein entsprechendes Dokument in Berlin-Karlshorst. Russland feiert den Sieg über Deutschland am 9. Mai.



