AfD in Brandenburg: Geschichtsklitterung zum 8. Mai empört Landtag
AfD-Geschichtsklitterung zum 8. Mai empört Landtag

Im Brandenburger Landtag ist es eine gute Tradition: Jedes Jahr am 8. Mai wird mit einem Festakt im Innenhof und in Anwesenheit eines ranghohen Diplomaten der Alliierten der Jahrestag des Kriegsendes 1945 begangen. Der 8. Mai gilt in Brandenburg offiziell als Gedenktag. Auch in diesem Jahr fand die Feierlichkeit statt.

Redmann betont Bedeutung des Gedenkens

„Der 8. Mai ist ein Tag, an dem wir der Opfer einer beispiellosen Gewaltherrschaft gedenken“, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Jan Redmann (CDU). „Es liegt an uns, die Erinnerung wachzuhalten und sie in die Zukunft zu tragen.“ Dies sei man den Opfern schuldig – „gerade auch aufgrund der aktuellen Entwicklungen in unserer Gesellschaft.“

Doch Redmanns Worte bekamen eine unerwartete Aktualität. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Havelländer AfD-Abgeordnete Dominik Kaufner in einer Debatte über die Einführung des 8. Mai als gesetzlichen Feiertag für Entsetzen gesorgt. Kaufner blendete die Schrecken des Nationalsozialismus, den millionenfachen Völkermord an den Juden und den von Deutschland entfesselten Zweiten Weltkrieg aus. Stattdessen stellte er das Leid der Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten in den Mittelpunkt.

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Kaufner nennt 8. Mai „Tag der Vernichtung“

In diesem Jahr legte Kaufner nach. In einem Beitrag in den sozialen Medien bezeichnete er den 8. Mai als „Tag der Vernichtung“. „Wer um die Menschheitsverbrechen an den eigenen Vorfahren weiß und dennoch um den 8. Mai in Feierstimmung verfällt, der hat seine Würde, seinen Anstand und seine Ehre verloren“, schrieb Kaufner.

Damit ist ein neuer Tiefpunkt in der Geschichte der AfD im Brandenburger Landtag erreicht. Denn der Begriff „Menschheitsverbrechen“ wird in Deutschland üblicherweise für die Shoah verwendet, den Massenmord an den europäischen Juden und anderen Opfergruppen. Die Vertreibung von Ostpreußen, Schlesiern, Baltendeutschen und Sudetendeutschen war eine direkte Folge des von Deutschland ausgehenden Angriffskriegs und der NS-Verbrechen. Diese Ursache einfach auszublenden und den 8. Mai als „Tag der Vernichtung“ zu diffamieren, ist Geschichtsklitterung.

Selbstoffenbarung der AfD

Dieser Vorfall ist auch eine Selbstoffenbarung. Wer noch einen Beleg dafür brauchte, warum es richtig war, Kaufner zu Beginn der Legislaturperiode nicht zum Vorsitzenden des Kulturausschusses des Landtags zu wählen, hat ihn spätestens jetzt erhalten. Die AfD zeigt damit einmal mehr, dass sie die historische Verantwortung Deutschlands nicht anerkennt und die Erinnerungskultur verfälscht.

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