Kommunalwahl in Bayern: AfD laut Expertin ohne Chance auf Rathäuser
Die Alternative für Deutschland (AfD) wird bei der anstehenden Kommunalwahl in Bayern am 8. März nach Einschätzung einer renommierten Politikwissenschaftlerin kein Rathaus oder Landratsamt erobern. Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, äußert sich in einer aktuellen Analyse skeptisch über die Erfolgsaussichten der Partei im Freistaat.
Stichwahlen als realistisches Szenario, doch Sieg unwahrscheinlich
Münch hält es für relativ wahrscheinlich, dass Kandidaten der AfD in die Stichwahlen gelangen können. Allerdings betont sie, dass die Partei trotz aktueller Umfragewerte von etwa 20 Prozent Zustimmung in Bayern auf eine breite Ablehnung stößt. "Es gibt eben auch 80 Prozent, die nicht zustimmen", erklärt die Expertin. Ein großer Teil dieser 80 Prozent, die nicht hinter der AfD stehen, würde jede andere Partei außer einer extremistischen bevorzugen. Dies werde nach ihrer Einschätzung dazu führen, dass die AfD in Stichwahlen nicht erfolgreich sein wird.
Kommunalwahlen als Persönlichkeitswahlen mit Protestcharakter
Kommunalwahlen gelten zwar traditionell als Persönlichkeitswahlen, bei denen die individuelle Eignung der Kandidaten im Vordergrund steht. Münch weist jedoch darauf hin, dass ein Teil der Wählerschaft, der extrem unzufrieden mit der etablierten Politik ist, AfD-Politiker wählt, "ohne genau auf die Person zu achten". Dieses Verhalten sei aus anderen Wahlen bekannt und diene vor allem dazu, Ablehnung gegenüber den bisherigen politischen Verantwortlichen zu zeigen und mit ihnen zu brechen. Dennoch werde auch dieser Protest nicht zu einem Sieg in einer Stichwahl führen.
AfD tritt nicht flächendeckend an
Die AfD tritt in Bayern nicht in allen Kommunen bei der Wahl an. In den beiden größten Städten des Freistaats, München und Nürnberg, gibt es jedoch Kandidaten der Partei für das Oberbürgermeisteramt. Ebenso kandidieren Parteivertreter bei zahlreichen Landratswahlen. Sollte am 8. März kein Kandidat für einen Bürgermeister-, Oberbürgermeister- oder Landratsposten die absolute Mehrheit erreichen, folgt zwei Wochen später die Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten.
Die Einschätzung von Ursula Münch unterstreicht, dass die AfD trotz ihrer Präsenz in ostdeutschen Bundesländern, wo bereits Bürgermeister der Partei amtieren, in Bayern auf erhebliche Hürden stößt. Die breite gesellschaftliche Ablehnung und die spezifischen Dynamiken der Kommunalwahlen lassen einen Durchbruch der Partei auf lokaler Ebene im Freistaat als unwahrscheinlich erscheinen.



