In Zehdenick, einer Stadt nördlich von Berlin im Landkreis Oberhavel, hat die AfD einen historischen Erfolg erzielt. René Stadtkewitz wurde mit 58,4 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. Damit ist er der erste direkt gewählte hauptamtliche Bürgermeister der AfD in Brandenburg. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 52 Prozent.
Deutlicher Sieg über Mitbewerber
Stadtkewitz setzte sich klar gegen drei Konkurrenten durch. Der FDP-Kandidat Stephan von Hundelshausen erreichte 28,6 Prozent, der parteilose Einzelbewerber Wolf-Gernot Richardt kam auf 7,8 Prozent und Dennis Latzke von der Partei des Fortschritts erhielt 5,2 Prozent der Stimmen. Stadtkewitz war bereits im März des Vorjahres bei einer Stichwahl angetreten, unterlag damals jedoch dem damaligen Amtsinhaber Alexander Kretzschmar mit 37 zu 63 Prozent.
Hintergrund: Vorgänger abgewählt
Der vorherige Bürgermeister Alexander Kretzschmar, ein parteiloser Einzelbewerber, war zuvor mit großer Mehrheit abgewählt worden. Grund war seine dauerhafte Krankmeldung nur elf Tage nach seiner Amtseinführung im Jahr 2025. Seitdem führte der stellvertretende Bürgermeister Marco Kalmutzke die Amtsgeschäfte.
Stadtkewitz‘ politischer Werdegang
René Stadtkewitz war früher CDU-Abgeordneter im Berliner Abgeordnetenhaus. 2010 verließ er die CDU und gründete die Partei „Die Freiheit“, deren Bundesvorsitzender er bis 2013 war. Im Jahr 2024 trat er der AfD bei. In Brandenburg gab es bereits mit Arne Raue einen hauptamtlichen Bürgermeister mit AfD-Mitgliedschaft in Jüterbog. Raue wurde jedoch 2011 als Parteiloser gewählt und trat erst 2024 in die AfD ein. 2025 wechselte er in den Bundestag, sodass Stadtkewitz nun der erste direkt gewählte AfD-Bürgermeister im Land ist.



