Anklam: Haushalt 2026/27 abgelehnt – Hansefest und Adventsmarkt gefährdet
Anklams Haushalt 2026/27 abgelehnt – Feste gefährdet

Haushaltskrise in Anklam: Stadt muss sparen

Die Stadt Anklam steckt in einer tiefen Finanzkrise. Die Kommunalaufsicht hat den Haushaltsplan für die Jahre 2026 und 2027 komplett abgelehnt. Das bedeutet, dass zahlreiche Projekte und Veranstaltungen auf dem Prüfstand stehen. Besonders betroffen sind das beliebte Hansefest 2026 und der Adventsmarkt. Bürgermeister Michael Galander kündigte eine Vollbremsung bei den Ausgaben an.

Rechtsaufsicht lehnt Haushalt ab

Bereits in der zurückliegenden Stadtvertretersitzung zeichnete sich ab, dass die finanzielle Lage der Stadt angespannt ist. Der Haushaltsplan, der im Januar 2026 mit einem prognostizierten Minus von 40 Millionen Euro bis 2030 verabschiedet wurde, muss nun grundlegend überarbeitet werden. Kämmerin Beatrix Wittmann-Stifft hatte bereits auf einen ersten Nachtragshaushalt hingewiesen, doch dieser ist nun hinfällig. Die Kommunalaufsicht erteilte dem vorgelegten Papier eine Absage, anstatt es wie üblich unter Auflagen zu genehmigen.

Hansefest und Adventsmarkt auf der Kippe

Die Verwaltung geht davon aus, dass das Hansefest 2026 und der Adventsmarkt nicht stattfinden können. Bürgermeister Galander betonte, dass die Stadtvertretung bis zur Sondersitzung am 18. Mai dringend über Lösungen beraten müsse. Sollten die Veranstaltungen doch noch stattfinden, erwarte er eine ausdrückliche Rückendeckung der Politik für die weitere Planung.

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Steuersenkungen in der Kritik

Die Rechtsaufsicht machte deutlich, dass die geplante Senkung der Gewerbesteuer, die durch die erwartete Entlastung bei der Kreisumlage finanziert werden sollte, nicht umgesetzt werden kann. Das Steuerniveau müsse mindestens auf dem Niveau der Vorjahre gehalten werden. Zudem solle die Grundsteuer angehoben werden, um zusätzliche Einnahmen für die Stadt zu generieren. Bürgermeister Galander kündigte an, dass die Steuerhebesätze für 2026 bis zum 30. Juni beschlossen und veröffentlicht werden müssen, um ihre Wirkung zu entfalten. Andernfalls drohen Ersatzvornahmen.

Investitionsplan muss überarbeitet werden

Die Stadtvertreter haben etwas mehr Zeit, um den Investitionsplan zu überarbeiten und Prioritäten zu setzen. Diese Abwägung muss bis Anfang Juni vorliegen, um sie in das neue Zahlenwerk und das Konsolidierungskonzept einfließen zu lassen. Dieses soll dann Anfang September zum Beschluss vorgelegt werden. Bürgermeister Galander stellte klar, dass die Verwaltung keine weiteren Vorstöße unternehmen werde. Der Ball liege nun im Feld der Stadtpolitik. Er forderte die Stadtvertreter auf, sich mit der Rechtsaufsicht zu beraten und die selbst heraufbeschworenen Probleme zu lösen.

Bürgermeister kritisiert Rechtsaufsicht

Galander zeigte sich verärgert über die Situation. Er sieht die Stadt in einer Zwickmühle: Bund und Land sprechen über Milliardenförderungen, die schnell auf die Straße sollen, doch die Kommunen könnten die Eigenanteile oft nicht stemmen. Ohne eine klare Kursänderung würden viele Chancen an Anklam vorbeigehen. Die Stadt müsse im Jahr 2026 weitgehend auf eine Haushaltsgenehmigung und damit auf Investitionen und freiwillige Ausgaben verzichten.

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