Asiatischer Marienkäfer: Bedrohung für die Natur in Sachsen-Anhalt?
Asiatischer Marienkäfer in Sachsen-Anhalt: Eine Bedrohung?

Wenn die Temperaturen steigen, sind sie wieder aktiv: Marienkäfer krabbeln über Balkonpflanzen, sitzen an Hauswänden oder sammeln sich in Ecken. Doch längst sind es nicht mehr nur heimische Arten. Auch der Asiatische Marienkäfer hat sich in Sachsen-Anhalt flächendeckend ausgebreitet – mit bislang nicht vollständig geklärten Folgen für die heimische Natur.

Wann kam der Asiatische Marienkäfer nach Sachsen-Anhalt?

Die ersten Nachweise für Sachsen-Anhalt stammen aus dem Jahr 2004, wie das Landesamt für Umweltschutz mitteilt. Damals wurde die ursprünglich aus Asien stammende Art zunächst im nördlichen Harzvorland gesichtet. Eine weitere Ausbreitung im eigentlichen Sinne findet nicht mehr statt, da der Käfer bereits in ganz Deutschland verbreitet ist. „Die Besiedlung Sachsen-Anhalts erfolgte innerhalb weniger Jahre“, erklärt das Landesamt. Wie sich die Art über die Landesgrenzen hinaus weiterentwickelt, bleibt jedoch offen: „Über die Ausbreitungsgeschwindigkeiten an der aktuellen Arealgrenze können wir keine Aussagen treffen.“

Warum konnte sich die Art so schnell ausbreiten?

Der Asiatische Marienkäfer gilt als besonders anpassungsfähig und konkurrenzstark. Das Landesamt bezeichnet seine Ausbreitung als klassisches Beispiel für eine erfolgreiche biologische Invasion. In den 1980er Jahren wurde die Art gezielt zur Schädlingsbekämpfung eingeführt. Nach dem Entweichen ins Freiland verbreitete sie sich rasant. Gründe dafür sind ein breites Nahrungsspektrum, eine hohe Reproduktionsrate sowie die Fähigkeit, Eier und Larven anderer Marienkäfer zu fressen. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) kann ein einzelner Käfer täglich bis zu 250 Blattläuse vertilgen.

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Welche Folgen hat das für heimische Arten?

Die ökologischen Folgen sind laut Landesamt noch nicht abschließend geklärt. Der Käfer wird jedoch aufgrund seiner Konkurrenzstärke gegenüber heimischen Marienkäfern als Bedrohung angesehen. Gleichzeitig fehlen gezielte empirische Studien. Beobachtungen deuten darauf hin, dass der Siebenpunkt-Marienkäfer und die asiatische Art besser als befürchtet koexistieren könnten. Andere Arten geraten möglicherweise stärker unter Druck. Nach Informationen der Mitteldeutschen Zeitung könnte der Zweipunkt-Marienkäfer zum Verlierer der Konkurrenz mit der asiatischen Art werden. Zu möglichen Auswirkungen auf andere Insektenpopulationen liegen bislang keine belastbaren Erkenntnisse vor.

Woran erkennt man den Asiatischen Marienkäfer?

Der auch als Harlekin-Marienkäfer bekannte Käfer ist sehr variabel gefärbt – von orange ohne Punkte bis schwarz mit roten Flecken. Typisch ist eine helle Zeichnung auf dem Halsschild in Form eines „M“ oder „W“. Diese Merkmale helfen bei der Unterscheidung von heimischen Arten.

Warum fällt der Käfer besonders im Herbst auf?

Für Bürgerinnen und Bürger wird der Käfer vor allem im Herbst sichtbar, wenn sich teils große Ansammlungen an Hauswänden bilden. Diese Schwärme können lästig sein, sind aber meist harmlos.

Ist der Asiatische Marienkäfer eher nützlich oder problematisch?

Das Landesamt weist darauf hin, dass in extrem seltenen Fällen das abgegebene Wehrsekret allergische Reaktionen hervorrufen kann. Gleichzeitig können die Tiere im Garten nützlich sein, da sie Schädlinge wie Blattläuse reduzieren – für viele Gärtnerinnen und Gärtner ein echter Helfer. Dennoch bleibt die langfristige ökologische Wirkung auf die heimische Artenvielfalt ungewiss, sodass weitere Beobachtungen und Studien notwendig sind.

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