Überflutungen in der Uckermark: Feuerwehr und Freiwillige im Dauereinsatz
Der Winter hat sich zwar zurückgezogen, doch seine Nachwirkungen halten die Feuerwehrleute und zahlreiche Freiwillige in der Uckermark weiterhin in Atem. Durch die anhaltende Schneeschmelze und ergiebige Regenfälle der vergangenen Tage sind vielerorts Straßen, Wege und sogar Grundstücke überflutet worden. Diese Situation ruft nicht nur die Feuerwehren auf den Plan, sondern stellt auch die Frage nach den Grenzen ehrenamtlicher Hilfe.
Feuerwehreinsätze zwischen Pflicht und Kostenpflicht
In der Ansiedlung Hinterfeld bei Beenz musste die Feuerwehr Lychen am Montagvormittag ausrücken, um eine überflutete unbefestigte Straße freizupumpen. „Es ist die einzige Zuwegung zu den Häusern“, erklärte Stadtbrandmeister Michael Zander. Von morgens 10 Uhr bis abends 20 Uhr waren die Kameraden mit drei Pumpen und umfangreichem Schlauchmaterial im Einsatz, um sicherzustellen, dass im Notfall Rettungsfahrzeuge die Stelle passieren können.
Doch nicht jeder Einsatz endet mit einer erfolgreichen Hilfeleistung. In der Friedhofspromenade in Lychen war der Wasserstand so niedrig, dass die Feuerwehr mit ihrer Technik nicht tätig werden konnte. Im Birkenweg hingegen, wo Tauwetter und Niederschläge Wasser auf ein Grundstück laufen ließen, stellte sich heraus, dass keine akute Gefahrenabwehr notwendig war. „Wir haben dann den Eigentümer darauf hingewiesen, dass unser Einsatz kostenpflichtig ist. Das hat er akzeptiert“, so Zander.
Grenzen der Feuerwehrtechnik
Im Templiner Ortsteil Gandenitz ist die Straße nach Mahlendorf seit dem 12. Februar aufgrund massiver Überflutungen gesperrt. Die Frage, warum die Feuerwehr nicht zum Abpumpen des Wassers eingesetzt wurde, beantwortet Rico Bechly, Leiter des Fachgebietes Ordnung und Sicherheit in Templin: „Die Pumpe der Feuerwehr ist nicht dafür ausgelegt, Wasser mit Sedimenten von Ackerflächen über lange Zeiträume zu pumpen“. Zudem wären Schlauchleitungen von 500 bis 600 Metern Länge und ein mehrtägiger Einsatz notwendig gewesen, um die mehrere Tausend Kubikmeter Wasser zu bewältigen.
Freiwillige Initiative verhindert Schlimmeres
In Gandenitz drohte Wasser in ein Wohnhaus zu laufen, als der Pegel stetig stieg. Freiwillige initiierten daraufhin eine Hilfsaktion, bei der Land- und Forstwirte mit ihrer Technik den gefrorenen Boden aufbrachen, um das Wasser versickern zu lassen. Dieser Einsatz zeigte Erfolg und konnte die Überflutungsgefahr für das Wohnhaus abwenden. Zudem besorgte Ortsvorsteher Egbert Moritz eine spezielle Schmutzwasserpumpe, deren Kosten die Stadt übernimmt und die seit Montagmittag ununterbrochen im Betrieb ist.
Die Situation in der Uckermark zeigt deutlich, dass Überflutungen nicht nur ein Problem für die Feuerwehr darstellen, sondern auch das Engagement Freiwilliger und die Grenzen kommunaler Ressourcen auf die Probe stellen. Während einige Einsätze reibungslos verlaufen, müssen andere aufgrund technischer oder finanzieller Hürden anders gelöst werden.



