Christi Himmelfahrt, Herrentag, Vatertag: Ursprung und Bedeutung
Christi Himmelfahrt, Herrentag, Vatertag: Ursprung

Christi Himmelfahrt, Herrentag oder Vatertag – der Feiertag zwischen Ostern und Pfingsten hat viele Namen und wird jedes Jahr am Donnerstag 40 Tage nach Ostern gefeiert. Doch was steckt wirklich hinter diesem besonderen Tag? In Westmecklenburg ist der Tag nicht nur ein gesetzlicher Feiertag, sondern auch ein Anlass für zahlreiche Traditionen und Bräuche.

Die christliche Wurzel des Feiertags

Der Ursprung von Christi Himmelfahrt liegt in der christlichen Tradition. An diesem Tag, so die Überlieferung, fuhr Jesus Christus in den Himmel auf. Daher rührt auch der Name „Christi Himmelfahrt“. Dass dieser religiöse Feiertag im Laufe der Zeit auch als Herrentag oder Vatertag bekannt wurde, hat verschiedene Gründe. Eine Theorie besagt, dass Jesu Rückkehr zu seinem himmlischen Vater den Fokus auf die Väter legte. Eine andere Erklärung führt die Herrentagstouren, bei denen Männergruppen mit Bollerwagen und Getränken ins Grüne ziehen, auf die früheren christlichen Prozessionen zu Himmelfahrt zurück.

Einfluss aus den USA und Industrialisierung

Manche vermuten auch einen Trend aus den USA, wo Anfang des 20. Jahrhunderts der erste Vatertag gefeiert wurde. Ähnlich wie der Muttertag entwickelte sich der Vatertag zu einer lukrativen Einnahmequelle. Mit der Industrialisierung bekamen die Menschen erstmals feste Arbeitszeiten und kollektive Freizeit, die von findigen Gastronomen mit Ausflügen und Verpflegung gefüllt wurde. So entstand die Tradition der Herrentagstour mit Bier, Schnaps und Schinken.

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Gesetzlicher Feiertag seit den 1930er Jahren

Seit den 1930er Jahren ist der Himmelfahrtstag ein gesetzlicher Feiertag. In der DDR-Zeit galt er jedoch nur als religiöser Feiertag und war nicht automatisch arbeitsfrei. Heute wird der Tag von vielen Menschen geschätzt, unabhängig von ihrer religiösen Einstellung. Klaus Röpers aus Boizenburg sagt: „Ich bin nicht religiös und obwohl ich zweifacher Vater bin, halte ich nichts davon, darum einen Kult zu machen.“ Für ihn und seine Frau ist der Tag vor allem eine Gelegenheit, auszuschlafen und nicht arbeiten zu müssen.

Regionale Unterschiede in der Bezeichnung

Bettina Sieber aus dem Parchimer Umland bezeichnet den Tag je nach Kontext unterschiedlich: „Himmelfahrt sage ich, wenn ich mit unseren Freunden in Süddeutschland einen Termin bespreche, wenn wir uns mit unseren Nachbarn verabreden, heißt es doch eher Herrentag.“ Sie betont, dass dies kein Ost-West-Unterschied sei, sondern eher eine Frage des persönlichen Umfelds. Ihre Freunde in Hamburg sagen Vatertag, während sie selbst Herrentag verwendet.

Bedeutung des christlichen Ursprungs

Für manche Menschen ist es wichtig, den Tag als Himmelfahrtstag zu bezeichnen, um seinen christlichen Ursprung zu würdigen. Kirsten Bretting aus Schwerin erklärt: „Ich gehe zwar nicht in die Kirche, aber meiner Oma war immer wichtig, dass dieser Tag Christi Himmelfahrt heißt, und weil dieser Feiertag nun mal diesen christlichen Ursprung hat, nennen wir ihn auch weiterhin so.“ Unabhängig vom Namen wird der Feiertag allgemein geschätzt und mit verschiedenen Freizeitaktivitäten begangen.

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