Am Samstag, den 9. Mai, fand im Kulturhaus Dömitz die sechste Verleihung des Erich-Kary-Preises statt. Die Auszeichnung erinnert an Erich Kary, der nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Wöbbelin jahrzehntelang in der Erinnerungsarbeit tätig war. Sein besonderes Anliegen war es, junge Menschen über die Verbrechen des Nationalsozialismus aufzuklären und die Erinnerung an die Opfer des Faschismus wachzuhalten. Die Veranstaltung würdigte das Engagement für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Organisiert wurde die Preisverleihung vom Kreisverband Die Linke, unterstützt durch die Linken-Mitglieder im Kreistag.
Preisträger in zwei Kategorien
Der Erich-Kary-Preis wurde in zwei Kategorien verliehen. In der Kategorie Einzelperson, dotiert mit 500 Euro, wurde Johannes Eberle aus Ludwigslust ausgezeichnet. Er gründete die Initiative „Lulu für Vielfalt und Demokratie“ und engagiert sich im Bündnis „Zusammen Bewegen“. Eberle setzt sich unter anderem für Geflüchtete aus der Ukraine und dem Iran ein. Sein Einsatz wurde von der Jury als beispielhaft für Zivilcourage und Solidarität gewürdigt.
In der Kategorie Verein/Verband ging der Preis an den Kurs „Lernen – Erinnern – Handeln“ des Gymnasialen Schulzentrums „Felix Stillfried“ in Stralendorf. Unter der Leitung von Nadine Prestin beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 11 intensiv mit deutscher Geschichte und dem Umgang mit rechtsextremen Ideologien. Besonders hervorgehoben wurde ihr Engagement gegen rassistische Äußerungen im Schulalltag. Der Kurs zeigt, wie junge Menschen aktiv gegen Diskriminierung vorgehen und demokratische Werte verteidigen können.
Festrede und würdiger Rahmen
Die Festrede hielt Jan van Aken, Bundesvorsitzender der Partei Die Linke. Er betonte die große Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements und den entschlossenen Kampf gegen Rechtsextremismus. Van Aken unterstrich, dass der Kampf gegen Faschismus immer auch ein Einsatz für Frieden und soziale Gerechtigkeit sei. Angelika Gramkow, stellvertretende Vorsitzende der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern, führte mit einfühlsamer Moderation durch den Abend. Die Veranstaltung war gut besucht und bot einen würdigen Rahmen für die Ehrung der Preisträger. Der Erich-Kary-Preis bleibt ein wichtiges Zeichen für Menschlichkeit und Zusammenhalt in der Region.



