Die Münchner Grünen haben am Samstagabend (9. Mai) den Koalitionsvertrag der neuen „Mango“-Koalition einstimmig gebilligt – und das trotz des krankheitsbedingten Ausfalls von Oberbürgermeister Dominik Krause. Der neue grüne OB musste einen Infekt auskurieren und fehlte bei der Abstimmung in der Katholischen Akademie in Schwabing. Dennoch votierten alle 239 Stimmberechtigten geschlossen für das Papier, das die fünf Bündnispartner – Grüne, SPD, FDP, Freie Wähler und Rosa Liste – ausgehandelt haben. Es soll die Rathauspolitik der nächsten Legislaturperiode prägen.
Ein starkes Signal für Kompromissbereitschaft
Nach einer einstündigen Debatte ohne Ansprache Krauses stand das einstimmige Ergebnis fest. Münchens Grünen-Parteichefin Svenja Jarchow-Pongratz zeigte sich gegenüber der AZ hocherfreut: „Das war ein wahnsinnig schöner Moment, ich freue mich riesig. Im Koalitionsvertrag steckt viel Grün.“ Sie räumte ein, dass man sich weniger Sparzwänge und etwa einen schnelleren Start von U-Bahnausbau-Projekten gewünscht hätte. Doch insgesamt seien alle Parteien zu Kompromissen bereit gewesen.
Kollegialer Führungsstil als Grundlage
Mona Fuchs, die am Montag als Zweite Bürgermeisterin vereidigt werden soll, deutete die 100-Prozent-Zustimmung als starkes Signal, München in schwierigen Zeiten verlässlich zu regieren. „Wir verstehen Stadtrat und Stadtspitze als Kollegialorgan“, betonte sie. „Die Herausforderungen unserer Zeit verlangen es, Parteifarben und Partikularinteressen hinten anzustellen.“ Die neue Koalition, die nach den Farben der beteiligten Parteien auch „Mango“ genannt wird, steht vor großen Aufgaben – darunter Haushaltskonsolidierung und Verkehrswende. Mit dem einstimmigen Votum haben die Grünen den Grundstein für eine stabile Zusammenarbeit gelegt.



