Münchens neuer grüner Oberbürgermeister Dominik Krause (35) hat die Zweifel an seiner Haltung zur Olympia-Bewerbung der Stadt ausgeräumt. In seiner Grundsatzrede während der konstituierenden Sitzung des Stadtrats im Alten Rathaus bekannte er sich klar zu den Olympischen Spielen. „Zu Aufbruch und Erneuerung passt nichts besser als Olympia. Olympia wäre ein Booster für die Stadt“, sagte er am Montag.
Krause: Olympia als Chance für München
Krause betonte, dass eine erfolgreiche Bewerbung einen neuen Geist in die Stadt bringen könne. „Wenn wir den Zuschlag erhalten und die internationale Bewerbung starten, kann ein neuer Geist in der Stadt kommen“, versprach er. In den vergangenen Wochen sei er häufig gefragt worden, ob er sich darauf freue, bei der Eröffnung des Oktoberfestes die erste Maß Bier an Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) aushändigen zu dürfen. „Ich hoffe vor allem, dass wir dann auf die erfolgreiche Kandidatur von München als Bewerberstadt anstoßen können“, sagte er mit einem Lächeln.
Herausforderungen: Wohnungsbau und Haushaltskrise
Der neue Oberbürgermeister machte jedoch auch deutlich, dass die Probleme Münchens groß sind. „Wohnen ist die zentrale soziale Frage der kommenden Jahre. Wir alle sind gefragt, mit Hochdruck daran zu arbeiten“, erklärte Krause. Für nächste Woche hat er einen Wohnungsbaugipfel ins Rathaus einberufen. Gleichzeitig warnte er vor einer veritablen Haushaltskrise: „Wir müssen unsere Ausgaben senken, drastisch. Jeden Prozess anschauen, jeden Stein umdrehen. Wir werden harte Einschnitte bei laufenden Kosten machen müssen.“
Amtsübergabe: Reiter übergibt Amtskette an Krause
Zu Beginn der konstituierenden Sitzung hatte der scheidende Oberbürgermeister Dieter Reiter (67, SPD) die Amtskette an Krause überreicht. Mit bitterem Lächeln gab er zu: „Als wir vor Monaten diese Sitzung vereinbart haben, hatte ich sie mir anders vorgestellt.“ Reiter hatte auf eine Verlängerung seiner Amtszeit gehofft, unterlag jedoch am 22. März in der Stichwahl. Er mahnte: „Man darf sich seiner Macht und der Gunst der Wähler niemals sicher sein.“



