Hantavirus: Kontaktperson in Baden-Württemberg in häuslicher Quarantäne
Hantavirus: Kontaktperson in BW in Quarantäne

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ sind vier deutsche Passagiere nach Deutschland zurückgebracht worden. Sie wurden mit einem Sonderisoliertransport zur Uniklinik Frankfurt gebracht, wo sie zunächst untersucht und beobachtet werden. Anschließend sollen sie zur vorsorglichen Quarantäne in ihre jeweiligen Bundesländer überstellt werden. Die konkreten Maßnahmen vor Ort entscheiden die zuständigen Gesundheitsämter.

Weitere betroffene Passagiere

Ein weiterer deutscher Passagier wurde nach Großbritannien geflogen, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Der in Großbritannien lebende Deutsche wurde zusammen mit 20 britischen Staatsbürgern und einem Japaner ins Arrowe Park Hospital auf der Halbinsel Wirral gebracht. Ein anderer deutscher Passagier soll in die Berliner Charité eingeliefert werden. Die zuständige Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit teilte mit, dass die Person bisher keine Symptome zeige und aus der Region Berlin-Brandenburg stamme.

Häusliche Quarantäne in Baden-Württemberg

Eine symptomfreie deutsche Kontaktperson soll in Baden-Württemberg in häusliche Quarantäne gehen. Dies gab das Sozial- und Gesundheitsministerium in Stuttgart am Abend bekannt. Die Maßnahme dient der Vorsorge, um eine mögliche Ausbreitung des Virus zu verhindern.

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Erster positiver Fall bei Französin

Unterdessen wurde eine Französin positiv auf das Hantavirus getestet. Ihr Zustand habe sich in der Nacht verschlechtert, sagte Frankreichs Gesundheitsministerin Stéphanie Rist im Sender France Inter. Nach Angaben des US-Gesundheitsministeriums zeigte von den 17 zurückgeholten US-Amerikanern einer milde Symptome, bei einem weiteren schlug ein PCR-Test „mild positiv“ an. PCR-Tests können bereits geringste Virenmengen nachweisen.

Evakuierungsflüge von Teneriffa

Am Sonntag starteten erste Sonderflüge von der Kanareninsel Teneriffa, wo die „Hondius“ nach mehreren Wochen auf See angelegt hatte. Die Passagiere aus insgesamt 23 Nationen wurden unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimatländer gebracht. Die Rettungswagen aus Deutschland holten die deutschen Passagiere am Flughafen Eindhoven ab.

Andesvirus: geringe Ansteckungsgefahr

Das Andesvirus, der Virustyp, mit dem sich die Reisenden infizierten, gilt als wenig ansteckend von Mensch zu Mensch. Experten zufolge ist dafür ein enger Kontakt über einen längeren Zeitraum nötig. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfasste bis Sonntag sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle. Drei der acht Personen starben: ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine deutsche Frau. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien angesteckt haben könnte.

RKI-Chef: Keine Gefahr für Bevölkerung

Der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade, sieht keine Gefahr für die Bevölkerung. Das Virus könne Menschen zwar sehr krank machen, sei aber nicht leicht übertragbar. „Das ist ein ganz anderes Virus als das Coronavirus, und die Gefahr ist überhaupt nicht vergleichbar“, sagte Schaade im ZDF-„heute journal“. Man kenne das Virus seit 31 Jahren und könne es gut einschätzen. Auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hält eine großflächige Ausbreitung für unwahrscheinlich.

Weiteres Vorgehen

Die „Hondius“ soll nach der Ausschiffung der Passagiere mit einem Teil der Crew in Richtung Niederlande fahren. Erst nach der Ankunft im Hafen Rotterdam soll die an Bord gestorbene Deutsche von Bord gebracht werden. Auch die Desinfektion des Schiffs ist in den Niederlanden geplant. Die Fahrt nach Rotterdam wird voraussichtlich rund fünf Tage dauern.

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