Hilfe, ich vergesse langsam die DDR: Erinnerungen verblassen
Hilfe, ich vergesse die DDR: Erinnerungen verblassen

„Erzähl uns doch mal, wie das früher in der DDR war!“ Diese Bitte kommt oft von Kindern oder Enkeln, wenn man in den neuen Bundesländern aufgewachsen ist. Doch unsere Redakteurin Claudia Marsal gesteht: Knapp 40 Jahre nach der Wende fällt es ihr immer schwerer, detaillierte Antworten zu geben. Zwar erinnert sie sich noch gut an das Lebensgefühl, aber die konkreten Bilder verblassen.

Fast doppelt so lange BRD-Bürgerin

Mit 20 erlebte sie den Mauerfall, doch inzwischen besitzt sie fast doppelt so lange einen BRD-Ausweis. „Im Herzen bin ich Ossi“, sagt sie, aber die alten Erinnerungen schwinden. Umso dankbarer ist sie für DDR-Museen, die sie in die Vergangenheit zurückversetzen. Sie selbst hat leider viele Erinnerungsstücke entsorgt – etwa ihre Schallplatten, die in den Müll wanderten, als CDs modern wurden, oder alte Zeitungssammlungen. „Um das eine oder andere Teil tut es mir bis heute leid“, gesteht sie.

Ein Ort der Erinnerung: Tutow

Ein besonderer Ort für sie ist das DDR-Museum in Tutow, direkt an der A20 gelegen. In einer riesigen Halle kann man auf Ost-Sofas Platz nehmen, sich Kaffeeklatsch mit Mitropa-Geschirr vorstellen oder staunend am Konsum-Regal stehen. „Es gab mehr als eine Sorte Puddingpulver oder Seife“, stellt sie überrascht fest. Auch alte Technik ist reichlich vorhanden. Die Redakteurin empfiehlt jedem, der die Erinnerungen verblassen spürt, einen Besuch. Ihre Kinder verstehen nach solchen Ausflügen ihre Schwärmereien von damals viel besser.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration
Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram