Hochwasser-Einsätze hinterlassen Spuren: Hunderte Schläuche müssen gereinigt werden
Nachdem die Feuerwehren im Landkreis Rostock in den vergangenen Wochen massiv gegen das Hochwasser kämpfen mussten, steht nun eine aufwändige Nacharbeit an. Hunderte von Schläuchen, die bei den Pumpaktionen zum Einsatz kamen, müssen gereinigt, geprüft und getrocknet werden. Die Feuerwehrtechnische Zentrale des Landkreises arbeitet dabei an ihrer Kapazitätsgrenze.
Extreme Wetterumschwünge führten zu massiven Überschwemmungen
Der Winter zeigte sich in der Region über viele Wochen hinweg äußerst hartnäckig. Dauerfrost und regelmäßige Schneefälle bestimmten das Wettergeschehen, bis plötzlich hohe Plusgrade einsetzten. „Das ging viel zu schnell. Freitags hatten wir noch einen Carportbrand in Warnow bei minus 15 Grad, da wären uns fast die Schläuche eingefroren. Und am nächsten Tag hatten wir plus 13 Grad. Das ist einfach zu schnell getaut, das konnte der gefrorene Boden nicht aufnehmen“, erklärt Holger Gadinger, Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Bützow.
Die Folge dieser extremen Temperaturschwankungen waren vielerorts massive Überschwemmungen. „Das Wasser lief teilweise vom Acker wie ein Bach auf die Häuser zu, das war schon Wahnsinn“, so Gadinger weiter. Im gesamten Landkreis Rostock gab es schätzungsweise 200 Einsätze, bei denen die Feuerwehren gefordert waren.
Feuerwehr Bützow mit knapp 45 Kameraden im Dauereinsatz
Allein die Freiwillige Feuerwehr Bützow war an einem Wochenende mit knapp 45 Einsatzkräften im Einsatz. Von Samstag bis Sonntag arbeiteten die Kameraden jeweils von 8 bis 17 Uhr an verschiedenen Orten, um das Wasser abzupumpen. „Letztlich haut man die Pumpe ins Wasser, legt 30 bis 40 Meter Schläuche aus und steht dann daneben herum und beobachtet, dass die Pumpe läuft. Mehr können wir auch nicht machen“, beschreibt Gadinger die Routinearbeit.
Die Pumpen förderten dabei zwischen 800 und 1200 Liter Wasser pro Minute, wobei sie bewusst nicht auf Volllast liefen. Abgepumpt wurden Höfe, Keller und in einigen Fällen sogar Wohnzimmer. Bei diesen Einsätzen kam es regelmäßig vor, dass auch die Einsatzkleidung der Feuerwehrleute durchnässt wurde und gewechselt werden musste.
Feuerwehrtechnische Zentrale arbeitet an Kapazitätsgrenze
Während das Abpumpen von Wasser für die Freiwilligen Feuerwehren zur Routine gehört und keiner besonderen Nacharbeit bedarf, steht die Feuerwehrtechnische Zentrale des Landkreises Rostock nun vor einer großen Herausforderung. „Wir haben in unserem Gerätehaus noch 60 Schläuche liegen, die dreckig sind und uns von der Feuerwehrtechnischen Zentrale nicht abgenommen werden, weil sie einfach an ihre Kapazitätsgrenzen kommt“, erklärt Holger Gadinger.
Sebastian Eschment, geschäftsführender Mitarbeiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Beselin, bestätigt die erhöhte Arbeitsbelastung: „Ja, der Arbeitsaufwand ist erhöht, aber wir haben genügend Reserven im Landkreis, um das eine Zeit lang zu kompensieren.“ In der Zentrale steht eine spezielle Schlauch- und Pflegeanlage zur Verfügung, die vier Schläuche gleichzeitig waschen, prüfen und trocknen kann.
Strenge Vorschriften verhindern Eigenreinigung durch Feuerwehren
Die Freiwilligen Feuerwehren dürfen die Schläuche aus Sicherheitsgründen nicht selbst reinigen. „Das dürfen wir schon seit der Wende nicht mehr. Nach jeder Benutzung werden die Schläuche abgedrückt, um zu verhindern, dass sie platzen und sich Leute verletzen“, erläutert Gadinger die strengen Vorschriften.
Trotz der aktuellen Engpässe bei der Schlauchreinigung sind alle Feuerwehren im Landkreis weiterhin voll einsatzfähig. Die Freiwillige Feuerwehr Bützow ist beispielsweise doppelt mit Schläuchen ausgestattet. „Und wenn sie doch noch welche braucht, dann bekommt sie auch welche“, versichert Sebastian Eschment von der Feuerwehrtechnischen Zentrale.
Die Zusammenarbeit zwischen den Freiwilligen Feuerwehren und der zentralen Einrichtung funktioniert auch unter diesen besonderen Belastungen reibungslos, sodass der Schutz der Bevölkerung im Landkreis Rostock jederzeit gewährleistet bleibt.



