IHK-Klöntörn in Lübz: Unternehmer kritisieren Bürokratie und Digitalisierungsdefizite
IHK-Klöntörn: Unternehmer kritisieren Bürokratie und Digitalisierung

IHK-Klöntörn in Lübz: Unternehmer äußern Frust über Bürokratie und Digitalisierungsrückstand

Beim sogenannten „Klöntörn“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Schwerin in Lübz haben mehr als 30 Unternehmer aus dem Amt Eldenburg Lübz offen über ihre größten Sorgen gesprochen. Die Veranstaltung fand am Donnerstag im Hotel „Zur Eldenburg“ statt und diente als Plattform für einen direkten Austausch zwischen Wirtschaftsvertretern und der Kammer.

Energiekosten und bürokratische Hürden als Hauptprobleme

Matthias Belke eröffnete die Diskussion mit dem klaren Ziel, konkrete Impulse für die Arbeit der IHK zu sammeln. „Wir möchten von Ihnen wissen, was Sie umtreibt, welche Wünsche und Probleme Sie haben“, sagte er zu den anwesenden Unternehmern. In den Gesprächen zeigte sich schnell, dass steigende Energiekosten viele Betriebe stark belasten. Diese Kostensteigerungen werden als Folge der angespannten weltpolitischen Lage gesehen.

Darüber hinaus beklagten mehrere Teilnehmer lange Genehmigungs- und Vergabeverfahren, die Investitionen ausbremsen. Die Vielzahl an Vorschriften wurde als unnötige Erschwernis für die tägliche Arbeit kritisiert. Ein weiteres zentrales Thema war der anhaltende Fachkräftemangel, der in vielen Branchen spürbar ist und durch Personalmangel in öffentlichen Verwaltungen noch verstärkt wird.

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Digitalisierungsdefizite und Bildungskritik

Kritik gab es auch an der schleppenden Digitalisierung. Viele Unternehmer monierten, dass in zahlreichen Bereichen noch immer Papierdokumente verlangt werden, obwohl digitale Lösungen längst verfügbar wären. Dies führe zu Ineffizienzen und zusätzlichem Aufwand.

Im Bereich Bildung wurde bemängelt, dass schulische Lehrpläne oft zu wenig Praxisbezug aufweisen. Unternehmer und Kammervertreter betonten, dass eine stärkere Verknüpfung von Theorie und Praxis notwendig sei, um junge Menschen besser auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten.

Lösungsansätze und Zukunftsperspektiven

Peter Todt stellte mit der Teilqualifizierung für Erwachsene über 25 Jahre einen konkreten Lösungsansatz vor. „Sie dienen An- und Ungelernten als Brücke zum Berufsabschluss und helfen Unternehmen, neue Fachkräfte zu gewinnen“, erklärte er. Diese Maßnahme ermöglicht es, berufliche Kenntnisse schrittweise zu erwerben und später einen anerkannten Abschluss zu erreichen.

Trotz der vielen Herausforderungen sieht die IHK auch Chancen für den Standort Lübz. Lisa Haus verwies auf Potenziale in den Bereichen Unternehmensansiedlung, Energiepolitik und Infrastruktur. „Positiv nehme ich mit, dass es in den Bereichen Unternehmensansiedlung, Energiepolitik und Infrastruktur noch viele Chancen gibt“, betonte sie. Konkret nannte sie mögliche Rechenzentren oder die Nutzung von rund 36 Hektar zusammenhängender Gewerbefläche als Entwicklungsmöglichkeiten.

Der IHK-Klöntörn in Lübz hat somit nicht nur Probleme aufgezeigt, sondern auch Ansätze für deren Bewältigung und positive Zukunftsperspektiven für die regionale Wirtschaft diskutiert.

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