Der Sommer naht, und viele Deutsche fragen sich: Wie wird das Wetter im Juni 2026? Erste Prognosen der großen Wetterdienste machen Hoffnung auf einen warmen und sonnigen Monat. Allerdings gibt es auch eine meteorologische Besonderheit, die für einen kurzen Kälteeinbruch sorgen könnte: die Schafskälte.
Der Juni im klimatologischen Durchschnitt
Der Juni ist in Deutschland der niederschlagsreichste Monat des Jahres. Im Durchschnitt fallen laut wetter.com rund 85 Liter Regen pro Quadratmeter. Die mittlere Temperatur liegt bei etwa 15 Grad Celsius. Doch die Schwankungen sind groß: Im vergangenen Jahr betrug die Durchschnittstemperatur 18,5 Grad, im Jahr 2019 sogar 19,8 Grad. Der Juni markiert den meteorologischen Sommerbeginn, der am 1. Juni startet, während der kalendarische Sommer erst am 21. Juni beginnt.
Was die Schafskälte bedeutet
Ein besonderes Phänomen im Juni ist die Schafskälte, die vom 4. bis 20. Juni auftreten kann. Ähnlich wie die Eisheiligen im Mai handelt es sich um eine meteorologische Singularität, bei der kalte Polarluft nach Deutschland strömt. Die Temperaturen können dann unter 10 Grad Celsius fallen. Der Name rührt daher, dass Schafe in dieser Zeit oft bereits geschoren sind und ein erneuter Kälteeinbruch für sie gefährlich werden könnte.
Vorhersage der Langzeitmodelle für Juni 2026
Die großen Langzeitmodelle – das europäische ECMWF und das amerikanische NOAA – sind sich weitgehend einig: Der Juni 2026 wird voraussichtlich zu mild und zu trocken ausfallen. Diplom-Meteorologe Dominik Jung ordnet die Prognosen gegenüber der AZ ein: „Ein zu warmer Juni ist mit circa 70 bis 75 Prozent Wahrscheinlichkeit das wahrscheinlichste Szenario.“ Allerdings unterscheiden sich die Modelle in Nuancen: Das amerikanische Modell rechnet mit einer Temperaturabweichung von etwa 2 Grad über dem Durchschnitt, während das europäische Modell moderatere Werte zeigt.
Niederschlagsprognose: Unterschiede zwischen Nord und Süd
Beim Niederschlag sind die Vorhersagen weniger eindeutig. Das europäische Modell tendiert zu einem leicht zu trockenen Monat, das amerikanische Modell zeigt mehr Trockenheit, vor allem in der Mitte und im Norden Deutschlands. Jung betont jedoch: „Ich würde aktuell von durchschnittlich bis leicht zu trocken sprechen – persönlich bin ich bei trockenen Juni-Prognosen aber grundsätzlich skeptisch. Der Juni gehört klimatologisch zu den niederschlagsreichsten Monaten, und ein einzelnes Gewittertief kann die Monatsbilanz binnen 24 Stunden drehen.“
Wetter in München und der Region: Achterbahnfahrt erwartet
Für München und das Alpenvorland sagen die Modelle eine wechselhafte Wetterlage voraus. Der Monat startet warm, doch dann schlägt die Schafskälte mit hoher Wahrscheinlichkeit zu. In dieser Phase bleiben die Tageshöchstwerte unter 15 Grad Celsius. Anschließend dominieren Hochdruckgebiete mit Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad. Beim Niederschlag zeigt sich ein Nord-Süd-Gefälle: „In El-Niño-geprägten Sommermonaten – und der El-Niño-Aufbau läuft aktuell zügig – profitiert Süd- und Südostbayern tendenziell von einer leicht erhöhten Niederschlagsneigung gegenüber dem Norden“, erklärt Jung. Im Alpenvorland sind daher weniger Hitze, sondern Gewitter das bestimmende Thema.
Es handelt sich bei diesen Prognosen um erste Trends, nicht um Tagesprognosen. Die Vorhersagen können sich noch ändern. Je näher der Juni rückt, desto genauer werden die Wettermodelle.



