Kommunalfinanzen im Burgenlandkreis: Halten Kreis und Land nur die Hand auf?
Der Vorsitzende des Bauausschusses der Gemeinde Gutenborn bei Zeitz, Steffen Kühn, findet deutliche Worte gegen den Burgenlandkreis. Der treibe seiner Meinung nach die Kommunen ins Minus. Von Matthias Voss, 12.05.2026, 12:00 Uhr.
Kassieren Kreis und Land bei den Kommunen nur ab? Diese Frage stellt sich angesichts der hitzigen Debatte in Gutenborn. Die Wut von Steffen Kühn (CDU) war deutlich zu spüren. Als der Bauausschuss und später auch der Rat der Gemeinde über die Haushaltskonsolidierung debattierten, fand der Ausschussvorsitzende deutliche Worte, die sich gegen den Burgenlandkreis richteten.
Die Gemeinde Gutenborn steht vor großen finanziellen Herausforderungen. Kühn kritisierte, dass der Kreis und das Land immer neue Aufgaben an die Kommunen delegieren, ohne ausreichende finanzielle Mittel bereitzustellen. Dies führe zu einer chronischen Unterfinanzierung und zwinge die Gemeinden zu Sparmaßnahmen, die letztlich die Bürger träfen.
Hintergrund der Debatte
Die Diskussion um die Kommunalfinanzen ist nicht neu. Bereits seit Jahren beklagen viele Gemeinden im Burgenlandkreis, dass sie von den übergeordneten Ebenen finanziell im Stich gelassen werden. Die Haushaltskonsolidierung in Gutenborn ist ein weiteres Beispiel für diesen Trend. Kühn betonte, dass die Gemeinde gezwungen sei, Leistungen zu kürzen oder Gebühren zu erhöhen, um den Haushalt auszugleichen. Dies sei jedoch nicht nachhaltig und gefährde die Zukunftsfähigkeit der Kommune.
Die Vorwürfe von Kühn sind deutlich: Der Burgenlandkreis und das Land Sachsen-Anhalt würden die Hand aufhalten, ohne den Kommunen die notwendigen Mittel für ihre Aufgaben zur Verfügung zu stellen. Dies führe zu einer Spirale aus Schulden und Sparzwang, die die kommunale Selbstverwaltung aushöhle.
Reaktionen aus dem Landkreis
Der Burgenlandkreis wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher erklärte, dass die Finanzausstattung der Kommunen gesetzlich geregelt sei und der Kreis seine Verpflichtungen erfülle. Man sei bemüht, die Kommunen bestmöglich zu unterstützen, müsse aber auch die eigenen finanziellen Grenzen beachten. Die Diskussion in Gutenborn zeige, dass die Kommunen ihre Haushalte selbst in den Griff bekommen müssten.
Die Debatte um die Kommunalfinanzen wird den Burgenlandkreis und seine Gemeinden wohl noch länger beschäftigen. Steffen Kühn kündigte an, das Thema weiterhin kritisch zu begleiten und sich für eine gerechtere Finanzverteilung einzusetzen. Die Bürger in Gutenborn und den anderen Gemeinden hoffen auf eine Lösung, die ihre Lebensqualität nicht weiter beeinträchtigt.



