Seit mehr als vier Jahren herrscht Krieg in der Ukraine. Der Zoo in Mykolajiw, der größte und älteste des Landes, leidet massiv unter den Folgen. Wasserknappheit, Futtermangel und ständige Explosionen belasten Tiere und Pfleger gleichermaßen. SPIEGEL-Reporterin Ann-Dorit Boy berichtet von ihrem Besuch und zeigt, wie der Zoo dennoch überlebt.
Herausforderungen im Kriegsalltag
Der Zoo in Mykolajiw, gelegen zwischen Cherson und Odessa, beherbergt tausende Tiere und hunderte Tierarten. Besonders die Stromausfälle im vergangenen Winter setzten dem Zoo schwer zu. Die Wasserversorgung ist seit Kriegsbeginn ein ständiges Problem. Auch die Futterbeschaffung gestaltet sich schwierig, insbesondere für frisches Futter. Die Mitarbeiter, darunter viele Frauen, kümmern sich mit großer Liebe und Fürsorge um die Tiere. Sie sorgen dafür, dass der Zoo am Leben bleibt.
Die Elefanten Dinkar und Shanti
Zu den bekanntesten Bewohnern zählen die Asiatischen Elefanten Dinkar und Shanti. Sie wurden im Zoo Hannover geboren und leben seit einigen Jahren in Mykolajiw. Gemeinsam mit den Mitarbeitern und dem ganzen Land haben sie einen harten Winter überstanden. Die Pfleger tun alles, um den Tieren ein möglichst normales Leben zu ermöglichen.
Die Arbeit der Tierpflegerin Natalija Melnytschuk
Natalija Melnytschuk arbeitet als Tierpflegerin im Zoo. Sie berichtet, dass die Affen während des Krieges große Angst haben, genau wie die Menschen. Die Pfleger beruhigen die Tiere und geben ihnen Sicherheit. Melnytschuk sagt: „Am Anfang war es etwas schwieriger, aber inzwischen haben wir uns daran gewöhnt. Wir sagen ihnen, dass alles in Ordnung ist und sie keine Angst haben müssen.“
Weitere Kriegsfolgen in der Ukraine
Der Zoo in Mykolajiw ist nur ein Beispiel für die Auswirkungen des Krieges. Auch andere Regionen leiden unter russischen Angriffen. So traf eine Drohne kürzlich das Unesco-Welterbe in Lwiw. Die Berichterstattung von Ann-Dorit Boy und Serhii Korovayny zeigt die anhaltende Not im Land.



