Kurabgabe in Teterow: Jugendherberge schlägt Alarm wegen Geldnot
Kurabgabe trifft Jugendherberge in Teterow hart

In Teterow steht die Jugendherberge am alten Seebahnhof vor finanziellen Herausforderungen. Der Trägerverein „Pusteblume“ schlägt Alarm, denn die Einrichtung leidet unter den Folgen des Tourismusdebakels des vergangenen Jahres. Nun droht eine zusätzliche Belastung durch die geplante Kurabgabe, die ab dem kommenden Jahr in der Stadt erhoben werden soll.

Verluste aus der Tourismusflaute

Die Jugendherberge, die bei Schulklassen, Familien sowie Wanderern und Fahrradtouristen beliebt ist, hatte im Vorjahr einen Verlust im hohen fünfstelligen Bereich zu verzeichnen. Grund war die Schließung der Burgwallinsel und der Ausfall des Bergringrennens, die zu einer massiven Tourismusflaute führten. Vereinsvorsitzende Sigrun Maibohm betont: „Wir bekommen keinerlei finanzielle Unterstützung. Personal- und Betriebskosten müssen wir allein erwirtschaften.“ Die Preise könne man nicht einfach erhöhen, um die gestiegenen Kosten auszugleichen.

Kurabgabe als zusätzliche Last

Die Einführung der Kurabgabe trifft die Jugendherberge besonders hart, da sie die Hauptlast der Abgabe tragen müsste. Eine vollständige Befreiung der Einrichtung ist laut Kämmerer Achim Langhof rechtlich kaum möglich: „Bestimmte Institutionen herauszunehmen, wird keinen Bestand haben.“ Auch Stadtvertreter Thomas Oestreich (UTF) gibt zu bedenken, dass die Stadt bei einer Herausrechnung der Jugendherberge sogar draufzahlen könnte.

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Die Verwaltung rechnet mit jährlichen Einnahmen von rund 37.000 Euro durch die Kurabgabe, wovon etwa 7.600 Euro für Erhebung und Verwaltung abgehen. Tagesgäste sollen nur zu etwa zehn Prozent erreicht werden, was die erwarteten Erlöse schmälert.

Warum überhaupt eine Kurabgabe?

Die Einführung wird unter anderem mit der Sicherung von Fördermitteln begründet. „Wenn wir Förderungen beantragen, wird immer gefragt, was wir für die Einnahmen tun“, erklärt Kämmerer Langhof. Als Mitglied der Tourismusregion „Mecklenburgische Schweiz“ riskiere Teterow schlechtere Förderquoten, wenn auf eine Kurabgabe verzichtet werde.

Möglicher Ausweg: Befreiung für Jugendliche

Der Teterower Finanzausschuss hat einen Vorschlag unterbreitet, der die Jugendherberge entlasten könnte: Jugendliche bis 16 Jahre sollen von der Kurabgabe befreit werden. Dies würde einen Großteil der Gäste der Jugendherberge betreffen. Bislang war eine Befreiung nur für Kinder bis sechs Jahre vorgesehen. Ob die anderen Erholungs- und Tourismusorte in der Region diesen Vorschlag mittragen, ist noch offen.

Der Trägerverein hofft auf eine Lösung, denn weitere Belastungen könnten die Jugendherberge in ihrer Existenz gefährden. Maibohm warnt: „Letztendlich müssen wir kürzen, und das wird beim Personal sein – das wird bitter für uns.“

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