Münchner Stadtrat: Jüngster, Ältester, Gehälter – die Fakten zur neuen Mango-Koalition
Münchner Stadtrat: Jüngster, Ältester, Gehälter – die Fakten

Der neue Münchner Stadtrat hat seine Arbeit aufgenommen. Am Montag wurden die 80 Stadträtinnen und Stadträte sowie der neue Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) und seine Stellvertreterinnen Mona Fuchs (Grüne) und Verena Dietl (SPD) vereidigt. Die sogenannte Mango-Koalition aus Grünen, Rosa Liste, SPD, FDP und Freien Wählern stellt die Mehrheit. Wir haben die wichtigsten Fakten rund um das neue Gremium zusammengestellt.

Die neue Stadtspitze

Erstmals regiert ein Grüner das Rathaus: Dominik Krause, 35 Jahre alt, setzte sich in der Stichwahl mit 56,3 Prozent gegen den langjährigen OB Dieter Reiter (SPD) durch. Krause war zuvor Zweiter Bürgermeister und Fraktionschef der Grünen. Er hat einen Master in Physik und ist seit 2014 im Stadtrat. Seine Vertretung übernimmt Mona Fuchs (Grüne), ebenfalls 35, die seit 2020 im Stadtrat sitzt und zuvor Fraktionschefin war. Dritte Bürgermeisterin bleibt Verena Dietl (SPD), die bereits seit 2008 im Stadtrat ist und die meiste Erfahrung mitbringt.

Die Mango-Koalition und die Opposition

Die Mango-Koalition besteht aus Grünen (21 Sitze), Rosa Liste (1 Sitz, gemeinsam mit Grünen als Fraktion), SPD (15 Sitze), FDP (3 Sitze) und Freien Wählern (2 Sitze). Insgesamt verfügt sie über 43 von 81 Stimmen. Die Opposition ist stark: Die CSU stellt 19 Sitze, Die Linke und die AfD jeweils 5 Sitze. Volt bildet eine eigene Fraktion mit 4 Sitzen. Ein neues Bündnis aus ÖDP (2 Sitze), München Liste (1 Sitz) und Bündnis Kultur (1 Sitz) komplettiert das Gremium. Die AfD ist erstmals groß genug für eine eigene Fraktion und kann nun in Ausschüssen mitberaten.

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Der jüngste und der älteste Stadtrat

Der jüngste Stadtrat ist Arif Haidary von der Linken. Mit 26 Jahren zieht er erstmals in den Stadtrat ein. Haidary floh 2015 ohne Eltern aus Afghanistan nach Deutschland, absolvierte eine Ausbildung zum Mediengestalter und besuchte die Meisterschule für Fotografie. Er arbeitet beim Bayerischen Flüchtlingsrat. Die älteste Stadträtin ist Patricia Riekel von der FDP. Die 76-Jährige war Chefredakteurin von „Bunte“, „Instyle“ und „Amica“ und ist mit Helmut Markwort liiert. Einzige weitere Stadträtin über 70 ist Angelika Pilz-Strasser (Grüne, 71). Die Fraktion mit dem höchsten Durchschnittsalter ist die AfD mit 59 Jahren, die jüngste Fraktion ist Volt (kein Mitglied über 40).

Frauenanteil und Familien

Im Münchner Stadtrat sind 38 Frauen vertreten, das entspricht einer Quote von 47,5 Prozent – deutlich höher als im Bundestag. Die SPD hat mit zehn Frauen und fünf Männern den höchsten Frauenanteil, bei der AfD sitzt nur eine Frau. 45 Stadträtinnen und Stadträte haben Kinder, das sind 56 Prozent. Rekordhalterin ist Alexandra Gaßmann (CSU) mit neun Kindern. Volt ist die einzige Fraktion ohne Kinder.

Bildung und Beruf

60 der 80 Stadträte haben einen Hochschulabschluss (75 Prozent) – weit über dem Münchner Durchschnitt von 41 Prozent. Überraschend: Bei der SPD, traditionell Arbeiterpartei, haben alle 15 Mitglieder studiert. Auch die Grünen sind mit 18 von 21 Akademikern stark vertreten. Bei der AfD haben alle fünf eine Ausbildung, drei zusätzlich ein Studium. Volt hat drei von vier mit Ausbildung, darunter ein Bankkaufmann und eine Medizintechnologin.

Migrationshintergrund

Nur 15 Stadträte haben einen Migrationshintergrund – das sind 18,75 Prozent, während 48 Prozent der Münchner Bevölkerung einen solchen haben. In der SPD-Fraktion sind es zwei, bei den Grünen vier, bei der CSU drei, bei Volt und der Linken jeweils zwei, bei FDP und AfD jeweils eine Person. Der Koalitionsvertrag enthält kein eigenes Kapitel zur Migration, betont aber die Vielfalt der Stadt und den Schutz jüdischen Lebens.

Gehälter und Aufwandsentschädigungen

Stadtrat ist ein Ehrenamt, jedoch gibt es eine Aufwandsentschädigung von 3307 Euro pro Monat. Stellvertretende Fraktionsvorsitzende erhalten 4882 Euro, Fraktionsvorsitzende 6461 Euro. Sozial- und Krankenversicherungsbeiträge zahlt die Stadt nicht. Die meisten Stadträte haben daher weitere Jobs; Arbeitnehmern wird der Dienstausfall ersetzt, Selbstständige erhalten 48,17 Euro pro Stunde. Der OB verdient rund 220.000 Euro brutto, die Zweite Bürgermeisterin 180.000 Euro, die Dritte 170.000 Euro. Referenten erhalten in der ersten Amtszeit knapp 160.000 Euro, danach gut 165.000 Euro.

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