Mitarbeiter im NRW-Heimatministerium schlagen Alarm: Arbeitsklima verheerend
NRW-Heimatministerium: Mitarbeiter schlagen Alarm

Das Arbeitsklima im nordrhein-westfälischen Heimatministerium ist nach einer internen Umfrage aus dem Herbst 2025 „verheerend“. Die Mitarbeiter sprechen von „Angst und Schrecken“ in der Behörde. Ministerin Ina Scharrenbach (CDU) zeigt sich jedoch unbeeindruckt und setzt ihren Führungsstil unbeirrt fort.

Interne Umfrage offenbart tiefe Unzufriedenheit

Die Ergebnisse der Befragung, die dem SPIEGEL vorliegen, zeichnen ein düsteres Bild: Rund 70 Prozent der Beschäftigten bewerten die Stimmung im Haus als schlecht oder sehr schlecht. Besonders kritisiert werden die mangelnde Wertschätzung, die hohe Arbeitsbelastung und die unzureichende Kommunikation durch die Führungsebene. Ein Mitarbeiter beschreibt die Atmosphäre als „geprägt von Misstrauen und Einschüchterung“.

Reaktionen aus dem Ministerium

Das Ministerium selbst äußerte sich zurückhaltend zu den Vorwürfen. Eine Sprecherin erklärte, man nehme die Rückmeldungen ernst und werde in Gesprächen mit den Mitarbeitern nach Lösungen suchen. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass die Umfrage anonym durchgeführt wurde und nicht repräsentativ für die gesamte Belegschaft sei. Oppositionspolitiker fordern indes Konsequenzen und werfen der Ministerin Führungsversagen vor.

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Ministerin Scharrenbach unter Druck

Ina Scharrenbach, die das Ministerium seit 2017 leitet, steht bereits seit längerem in der Kritik. Ihr wird ein autoritärer Führungsstil vorgeworfen, der zu einer hohen Fluktuation in der Behörde geführt habe. Personalrat und Gewerkschaften haben mehrfach Alarm geschlagen. Die Ministerin selbst wies die Vorwürfe stets zurück und verwies auf die erfolgreiche Arbeit ihres Hauses, etwa bei der Integration von Flüchtlingen oder der Förderung des ländlichen Raums. Ob die aktuelle Umfrage zu einer Änderung ihres Kurses führt, bleibt abzuwarten.

Die Landesregierung in Düsseldorf steht nun vor der Herausforderung, das Vertrauen der Mitarbeiter zurückzugewinnen. Experten fordern eine unabhängige Untersuchung der Arbeitsbedingungen und eine transparente Aufarbeitung der Vorwürfe. Bis dahin bleibt die Stimmung im Heimatministerium angespannt – und die Ministerin unter Beobachtung.

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