Bayern kürzt Förderung: Nur 83 Sozialwohnungen in München 2025
Nur 83 Sozialwohnungen in München 2025 finanziert

Der Freistaat Bayern hat die Förderung für Sozialwohnungen in München drastisch reduziert. Laut dem aktuellen Jahresbericht des Förderinstituts Bayernlabo wurden im Jahr 2025 lediglich 83 Mietwohnungen mit sogenannter Einkommensorientierter Förderung (EOF) vom Freistaat mitfinanziert. Dies sind die wenigsten seit langem. Zum Vergleich: In Nürnberg waren es 122, in Augsburg 118 und in ganz Bayern insgesamt 1400 Wohnungen. Die Zahlen wurden zuerst von der Süddeutschen Zeitung berichtet.

Starker Rückgang im Vergleich zu Vorjahren

Im Jahr 2024 waren es noch 315 EOF-Wohnungen in München, was bereits einen deutlichen Rückgang darstellte. In den Jahren davor bewegte sich die Zahl zwischen 380 und 997 pro Jahr. Der aktuelle Wert von 83 wird von Politikern aller Parteien als alarmierend bezeichnet. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) nannte die Zahl einen „Tropfen auf den heißen Stein“. Sie spiegele weder den Bevölkerungsanteil Münchens noch die angespannte Wohnungssituation wider.

SPD spricht von Skandal

Simone Burger, wohnungspolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion, bezeichnete die Entwicklung als „Skandal“. Der Freistaat sei laut Grundgesetz für den sozialen Wohnungsbau zuständig. „Dieser Skandal wird noch größer, wenn man die Detailzahlen betrachtet“, so Burger. Nur etwas mehr als die Hälfte der Gelder für die 83 Wohnungen stamme vom Freistaat, der Rest von Bund und Stadt. Sie forderte: „Der Freistaat muss seiner Aufgabe gerecht werden, denn Wohnen ist ein Menschenrecht.“

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Grüne und CSU fordern mehr Engagement

Sibylle Stöhr, stellvertretende Fraktionschefin der Grünen/Rosa Liste, zeigte sich alarmiert: „Finanziell stehen die Kommunen mit dem Rücken zur Wand. Es wird höchste Zeit, dass der Freistaat seiner verfassungsrechtlichen Verantwortung stärker nachkommt.“ Auch die Münchner CSU, die der Landesregierung nahesteht, kritisierte die Kürzung. Manuel Pretzl, CSU-Chef im Stadtrat, sagte: „Bei allem Verständnis für knappe Kassen: Nirgends ist die Wohnungsnot so groß wie in München. Das sollte bei der Verteilung der Fördergelder stärker berücksichtigt werden.“ Gleichzeitig räumte er ein, dass die Münchner Wohnungsbauzahlen insgesamt „katastrophal“ seien, auch bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Münchner Wohnen.

OB Krause sucht das Gespräch

Pretzl forderte Oberbürgermeister Krause auf, „endlich von der Baubremse zu steigen“ und konstruktive Gespräche mit dem Freistaat zu führen. Krause kündigte an, dies zu tun: „Ich hoffe, in gemeinsamen Gesprächen mit der Staatsregierung eine Lösung zu finden, so dass die Wohnungsbauförderung für München wieder angehoben wird.“ Der Leidensdruck in München ist enorm: Rund 21.000 Haushalte stehen auf der Warteliste für eine EOF-Wohnung.

Bereits vor etwa einem Jahr hatte der Freistaat einen Förderstopp für Sozialwohnungen angekündigt. Daraufhin beschloss der Münchner Stadtrat, trotz eigener Geldprobleme für die Jahre 2025 und 2026 in die Bresche zu springen: 144 Millionen Euro für etwa 600 bis 800 Sozialwohnungen wurden bereitgestellt, gestrichen dafür beim Werkswohnungsbau, bei der Förderung von Baugenossenschaften und beim Holzbau. Zudem wurden die Erstmieten bei städtischen Wohnungen für Menschen mit mittlerem Einkommen erhöht.

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