Polizistin nach Goman-Clan-Attacke: Zähne ausgeschlagen und tiefe Wunden
Polizistin nach Goman-Clan-Attacke schwer verletzt

Fünf Wochen nach dem brutalen Angriff des Goman-Clans auf Polizisten in Leverkusen berichtet eine betroffene Beamtin über ihre schweren Verletzungen und die psychischen Folgen. Die 29-jährige Polizistin erlitt bei dem Gewaltexzess ausgeschlagene Zähne und tiefe Schnittwunden im Gesicht.

Die Attacke in der Shisha-Bar

In der Nacht zu Ostermontag wurden die Beamten mehrfach zu einer Ruhestörung in einer Shisha-Bar im Leverkusener Stadtteil Opladen gerufen. Mitglieder des berüchtigten Goman-Clans feierten dort ausgelassen. Als die Polizei die Party beenden wollte, eskalierte die Situation. Die Partygäste warfen mit Flaschen, Gläsern und Stühlen auf die Einsatzkräfte. Eine Glasflasche zersplitterte im Gesicht der jungen Polizistin. Sie spürte warmes Blut auf der Haut und Splitter im Mund. Zwei Zähne wurden ihr ausgeschlagen, weitere beschädigt. Ein Kollege erlitt einen Unterarmbruch, als er einen Stuhlschlag abwehrte. Eine weitere Beamtin hatte Schnittverletzungen am Arm.

Die Folgen der Gewalt

Die körperliche Heilung dauerte Monate. Der Riss an ihrer Lippe musste genäht werden, Drähte wurden an den Zähnen befestigt. Doch die seelischen Narben sind tiefer. „Ich lache gern, ich rede gern – und genau dann merke ich, dass es nicht mehr so ist wie vorher“, sagt die 29-Jährige. Sie hält beim Sprechen oft die Hand vor den Mund, bestellt ungern im Café. Das Bild, als sie im Krankenhaus in den Spiegel schaute, hat sie nicht vergessen: „Ich habe bis heute Schwierigkeiten, dieses Bild mit mir selbst in Verbindung zu bringen. Wenn ich Fotos meiner Verletzungen sehe, denke ich immer noch: Das bin nicht ich.“

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Zurück in den Dienst

Trotz der traumatischen Erfahrung will die Polizistin zurück in den Dienst. „Ich weiß, warum ich das mache. Es gibt viele positive Einsätze, in denen Menschen dankbar sind.“ Sie betont: „In den Uniformen stecken keine Roboter oder Projektionsflächen, auch wir sind Menschen.“ Die Polizei ermittelt gegen 22 Mitglieder des Goman-Clans. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden 2025 in Nordrhein-Westfalen 10.371 Fälle von Widerstand bzw. tätlichem Angriff auf die Staatsgewalt registriert, fast 290 mehr als im Vorjahr. 4416 Beamte wurden bei den Taten verletzt.

Gesellschaftliche Reaktionen

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte. Die 29-Jährige sagt: „Wie kann man nur so gewalttätig sein?“ Sie hofft, dass ihr Bericht dazu beiträgt, das Bewusstsein für die Gefahren des Polizeiberufs zu schärfen. Noch ist sie krankgeschrieben, aber sie ist entschlossen: „Weglaufen ist keine Option.“

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