Sabotierte Türschlösser in Badeanstalt Zarrenthin: Feuerwehr kapituliert
Sabotierte Türschlösser: Feuerwehr kapituliert

Arbeitseinsatz zum Saisonstart: Sabotierte Türschlösser in beliebter Badeanstalt

Eine böse Überraschung brachte der Arbeitseinsatz für die Saisonvorbereitung in der Badeanstalt Zarrenthin zutage. Gute Nachrichten gibt es für Fans der dortigen Strandkörbe.

Eigentlich schien alles parat für einen gelungenen Auftakt der Saisonvorbereitung in der Badeanstalt am Zarrenthiner Kiessee bei Jarmen. Schließlich folgten auch dieses Jahr wieder einige freiwillige Helfer dem Aufruf zu einem öffentlichen Arbeitseinsatz.

Eingänge zu Umkleide-Trakt ließen sich nicht öffnen

Doch dann mussten die Gemeindearbeiter der Betreiberkommune Bentzin eine Entdeckung machen, die die Stimmung zumindest bei ihnen und Bürgermeisterin Grit Gawrich trübte. Denn die Eingänge zu zwei Räumen mit Umkleidekabinen im Multifunktionsgebäude der Freizeiteinrichtung konnten nicht aufgeschlossen werden. Die Schlüssel gingen nicht in die entsprechenden Schlösser hinein, weil während der Saisonpause an den Öffnungen manipuliert worden ist. Dem ersten Augenschein nach drückten der oder die Täter eine flüssige Masse in den Zylinderkern, die dann aushärtete.

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Kostspielige Ausbesserung: Nun muss eine Firma ran

Zwar rief die Bürgermeisterin die Feuerwehr Tutow mit ihrem Spezialwerkzeug zu Hilfe. Doch auch die Brandbekämpfer mussten am Ende kapitulieren. So dass der Gemeinde nichts anderes übrig bleibt, als die Türen von einer Firma öffnen sowie die Schließmechanismen samt Halterungen komplett auszutauschen lassen. „Wir haben Anzeige gestellt über das Ordnungsamt Jarmen“, erklärte Grit Gawrich. Aber am Ärger und den damit verbundenen Kosten ändert das eben nichts. Ebenso wenig wie an der Enttäuschung über diese Attacke, die so sinnlos erscheint.

Bisher hatten sich die Befürchtungen nicht erfüllt

Zumal das 2019 errichtete Haus trotz teils intensiver Nutzung und der langen „herrenlosen“ Zeit außerhalb der Saison trotz anderslautender Befürchtungen bisher von Beschädigungen weitgehend verschont blieb. Und zwar selbst oder gerade in jenen Tagen, wo das Festival „Wasted in Jarmen“ der Badeanstalt Tausende auswärtige Gäste auf einen Schlag zusätzlich bescherte. Gleichwohl freute sich die Bürgermeisterin über die tatkräftige Unterstützung beim jüngsten Arbeitseinsatz, als insbesondere der Uferbereich und die Wiesenflächen von allerlei Unrat befreit wurden – von Müll bis hin zu Zweigen und Laub. Sodass die Gemeindearbeiter sich nun an den ersten Grünschnitt machen können.

Als Dankeschön gab es belegte Brötchen

Mit dabei waren ein paar Vertreter der Tauchbasis Greifswald, die seit vielen Jahren am Zarrenthiner Kiessee eine eigene Station betreibt. Ihnen und allen anderen Helfern kredenzte die Kommune als Dankeschön einen kleinen Imbiss mit belegten Brötchen.

Der Startschuss in die neue Saison ist traditionell für den 1. Juni vorgesehen, diesmal ein Montag. Bis dahin, so der Plan, soll neben den über den Winter eingelagerten Spielgeräten, Abfalltonnen und Bänken auch die gerade bei der Jugend beliebte Schwimmplattform wieder montiert und auf dem Wasser sein. Beim Aufbau wollen Froschmänner der Berufsfeuerwehr Stralsund unterstützen, die das Gewässer bei Jarmen als neues Trainingsrevier für sich entdeckt haben, kündigte Grit Gawrich an.

Zwei Rettungsschwimmer sind bereits engagiert

Nach ihren Aussagen finden derzeit noch Abstimmungen zur stellenmäßigen Gewährleistung des diesjährigen Betriebes statt. „Aber zu 90 Prozent ist die Saison personell abgesichert. Es geht eigentlich nur noch um den dritten Rettungsschwimmer, zwei sind schon mal auf alle Fälle da.“

Auf organisatorische und finanzielle Veränderungen müssen sich unterdessen ab 2026 Besucher einstellen, die mit dem Auto anrollen. Schließlich wollen die Bentziner, wie bereits berichtet, die Bewirtschaftung des zur Freizeiteinrichtung gehörenden Parkplatzes künftig einem Unternehmen überlassen. Einschließlich der Ahndung etwaiger Verstöße gegen die Parkordnung und einer Ausweitung der Gebührenpflicht auf die Monate außerhalb der normalen Badesaison.

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Miete für Sonnenschirme vervierfacht sich

Die entsprechende Änderung zur Entgeltverordnung wurde jetzt von der Gemeindevertretung einhellig beschlossen. Sie beinhaltet überdies neue Preise für die Ausleihe von Sonnenschirmen und -liegen. Für sie werden dann jeweils zwei Euro fällig, was eine Vervierfachung beziehungsweise Verdopplung gegenüber dem bisherigen Satz ausmacht. Wobei sich dieses Geschäft wohl so langsam dem Ende zuneigt. Vor zwei Jahrzehnten jeweils im Zehner-Pack angeschafft, um die Attraktivität zu erhöhen und ein paar Zusatzeinnahmen zu erzielen, musste das Gros dieser Gerätschaften im Laufe der Zeit ausmustert beziehungsweise abgeschrieben werden. Und neue sollen nicht mehr nachgekauft werden, so die Übereinkunft der Abgeordneten.

Die Strandkörbe scheinen echte Qualitätsarbeit zu sein

Deutlich länger im Dienst verbleiben hingegen die ebenfalls 2006 erstmals aufgestellten zehn Strandkörbe, die sich gerade an besonders sonnigen Tagen einiger Beliebtheit erfreuen. Sie stammen aus einer Manufaktur von der Insel Usedom und wurden teilweise zwar von den Gemeindearbeitern schon mal überholt, befinden sich ansonsten aber nach wie vor in akzeptablem Zustand. Für die Anmietung eines solchen Exemplars werden nun fünf Euro statt vier Euro fällig. Allerdings völlig unabhängig vom Zeitpunkt der Nutzung, eine Art halben Feierabendtarif wie zuvor gibt es nun nicht mehr.