Hannover - Jugendliche und Erwachsene haben in mehreren niedersächsischen Städten gegen eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht demonstriert. Unter dem Motto „Schulstreik gegen die Wehrpflicht“ waren Kundgebungen in Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Osnabrück angekündigt.
Proteste am Kröpcke in Hannover
In Hannover lief am frühen Nachmittag eine Demonstration am zentralen Platz Kröpcke an. Die Polizei erwartete im Vorfeld etwa 500 Teilnehmer. Zur tatsächlichen Teilnehmerzahl und zum Verlauf der Versammlung lagen zunächst keine abschließenden Informationen vor. Besondere Vorkommnisse waren der Polizei nicht bekannt.
Hintergrund: Neues Wehrdienstgesetz seit Januar
Die bundesweiten Proteste fanden am 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs statt. Die Organisatoren begründeten die Aktionen mit der Sorge, dass aus dem neuen Wehrdienstgesetz langfristig wieder eine verpflichtende Regelung entstehen könnte. Seit Januar gilt in Deutschland ein neues Wehrdienstgesetz. Eine allgemeine Wehrpflicht gibt es derzeit nicht. Sie wurde vor rund 15 Jahren ausgesetzt – aber nicht abgeschafft.
Teilnehmer fordern Friedensfähigkeit
In Hannover forderte ein Demonstrant auf einem Transparent „Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit“. Die Proteste richteten sich gegen die Befürchtung, dass die Wehrpflicht wieder eingeführt werden könnte.



