Festliches Event mit hohem Preis: Söders Adventskonzert kostet 130.000 Euro
Die festliche Adventszeit in Bayern hatte im vergangenen Dezember einen besonders glamourösen Höhepunkt – doch dieser kam die Steuerzahler teuer zu stehen. Das große Adventskonzert von Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) im Münchner Cuvilliéstheater verursachte Kosten in Höhe von rund 130.000 Euro. Diese Zahl wurde erst nach wiederholten Anfragen der Grünen im bayerischen Landtag durch die Staatskanzlei offengelegt.
Prominente Besetzung und illustres Publikum
Für das festliche Event hatte Söder schweres künstlerisches Geschütz auffahren lassen. Auf der Bühne des prunkvollen Theaters traten die berühmten Regensburger Domspatzen auf, begleitet von der Staatsphilharmonie Nürnberg. Als besondere Attraktion schwebte sogar das Nürnberger Christkind ein. Die musikalische Begleitung übernahmen Haindling und Claudia Koreck (39), während Florian Silbereisen (44) als Moderator für das richtige Fernseh-Feeling sorgte.
Auch im Publikum glänzten zahlreiche Prominente. Unter den Gästen befanden sich Ex-„Tatort“-Kommissar Udo Wachtveitl (67), Schauspielerin Veronica Ferres (60) und Fußball-Weltmeister Paul Breitner (74). Die prominenten Besucher nahmen nicht nur am Konzert teil, sondern auch am anschließenden Empfang.
Grüne kritisieren Verschwendung und Intransparenz
Die festliche Stimmung bekam jedoch nachträglich einen deutlichen Dämpfer. Claudia Köhler (59), stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, kritisierte scharf die hohen Kosten und die mangelnde Transparenz der Staatskanzlei. „Die Versuche, eine korrekte Antwort zu umgehen, lassen mich hoffen, dass der Ministerpräsident wenigstens ein schlechtes Gewissen hat“, ätzte Köhler.
Nach ihren Angaben waren „zwei Anfragen und eine Monierung mit mindestens vier Verwaltungsakten“ notwendig, bis Staatskanzleichef Florian Herrmann (54, CSU) auf Nachfrage von Landtagspräsidentin Ilse Aigner (61, CSU) die Auskunft erteilte. Herrmann verteidigte das Vorgehen damit, dass die Kosten aufgrund des Zeitpunkts der Anfragen zunächst noch nicht hätten genannt werden können.
Kontroverse vor dem Hintergrund geplanter Sparmaßnahmen
Die Kritik der Grünen erhält zusätzliches Gewicht durch den aktuellen Haushaltskontext. Köhler wies darauf hin, dass im Entwurf des bayerischen Haushaltsplans für 2026 bei den Musikschulen im Vergleich zu 2025 rund 1,242 Millionen Euro fehlten. „Das Geld wäre anderswo besser angelegt gewesen“, betonte die Grünen-Politikerin.
Besonders pikant: Ministerpräsident Söder selbst hatte bei der Aufstellung des Etats für 2026 und 2027 betont, dass wegen knapper Mittel künftig an Empfängen und derartigen Veranstaltungen gespart werden müsse. Geplant sind unter anderem keine neuen Stellen für Ministerien oder die Staatskanzlei sowie Kürzungen von jeweils fünf Prozent der Ausgaben in den Häusern.
Vor diesem Hintergrund wirken die 130.000 Euro für das Adventskonzert wie ein Widerspruch zu den angekündigten Sparbemühungen. Zwar erscheint die Summe gemessen am riesigen bayerischen Staatshaushalt überschaubar, doch das Prinzip der Ausgabenkontrolle steht für die Opposition im Mittelpunkt der Kritik.



