Sonntagsöffnung bei Lidl in Schwerin: Test läuft – Kunden begeistert, Anwohner kritisieren Lärm
Sonntagsöffnung bei Lidl in Schwerin: Test läuft

In Schwerin sorgt die erweiterte Sonntagsöffnung zweier Lidl-Filialen für gemischte Reaktionen. Während zahlreiche Kunden die neuen Einkaufsmöglichkeiten am Sonntag begeistert annehmen, wächst bei einigen Anwohnern der Unmut über Lärm und zusätzlichen Verkehr. Die Filialen in der Grünen Straße 23 und An der Crivitzer Chaussee 16 öffnen seit Mai beziehungsweise März auch sonntags von 12 bis 18 Uhr.

Hintergrund der Sonntagsöffnung

Die Möglichkeit zur Sonntagsöffnung ergibt sich aus der neuen Öffnungszeitenverordnung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Seit Schwerin den Unesco-Welterbestatus trägt, gilt die Stadt als touristisch geprägter Ort, was erweiterte Sonntagsöffnungen erlaubt. Die Gewerkschaft Verdi hat jedoch Klage gegen die Verordnung eingereicht, da sie diese für rechtlich bedenklich hält. Bis zu einer Entscheidung bleibt die Regelung jedoch gültig.

Lidl Deutschland betont, dass man die Serviceangebote regelmäßig an die Kundenbedürfnisse anpasse. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass dieses Angebot von den Kunden sehr positiv angenommen wird und die Nahversorgung nachhaltig stärkt“, erklärte Melanie Pöter von der Pressestelle. Ähnliche Sonderöffnungen gibt es bereits in anderen Tourismusregionen wie Baabe auf Rügen oder Bansin auf Usedom.

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Technische Ausstattung ermöglicht reduzierten Personalaufwand

Die Sonntagsöffnung wird durch moderne Selbstbedienungsbereiche mit SB-Kassen erleichtert. Diese reduzieren den Personalaufwand erheblich. In beiden Filialen können Kunden ihre Einkäufe selbst scannen und bezahlen, was den Betrieb an Sonntagen effizienter macht.

Besonders am Muttertagswochenende zeigte sich die hohe Akzeptanz: Viele Kunden nutzten die Gelegenheit für Last-Minute-Einkäufe von Blumen, Schokolade oder Wein. Auch Familien mit Kindern kamen spontan vorbei, um sich mit Snacks und Getränken für den Spielplatzbesuch einzudecken. Die Filiale an der Crivitzer Chaussee entwickelte sich zudem zu einem beliebten Zwischenstopp für Radfahrer und Zoobesucher.

Kritik aus der Nachbarschaft

Doch nicht alle sind mit der Entwicklung zufrieden. Eine Anwohnerin der Grünen Straße, die anonym bleiben möchte, äußerte gegenüber der Redaktion deutliche Kritik: „Die Lärmbelästigung ist enorm. Man kommt kaum mehr zur Ruhe.“ Sie beobachtet, dass sonntags deutlich mehr Autos durch die Straßen fahren und die Ruhe gestört wird. Sie hinterfragt grundsätzlich, ob ein Supermarkt am Sonntag wirklich nötig sei.

Während einige Bewohner den zusätzlichen Verkehr als Belastung empfinden, sehen andere darin einen praktischen Service. Die Diskussion zeigt, dass die Sonntagsöffnung in Schwerin weiterhin ein kontroverses Thema bleibt. Lidl plant, die neuen Öffnungszeiten zunächst beizubehalten und die Resonanz zu evaluieren.

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