Der Kulturausschuss der Stadt Güstrow hat über einen Wechsel der Kunst im Rathaus diskutiert. Nach mehr als 20 Jahren sollen die weltweit bekannten Plakate des Künstlers Gunter Rambow durch historische Stadtmotive ersetzt werden. Anlass ist das bevorstehende 800-jährige Stadtjubiläum.
Gunter Rambow: Eine Koryphäe der Plakatkunst
Gunter Rambow gilt als international anerkannte Größe der Plakatkunst. Seine Werke wurden auf Kunstbiennalen von New York bis China ausgezeichnet. Er war Professor an der Hochschule in Karlsruhe und Honorardirektor in Shanghai. Seit über 20 Jahren schmücken seine Plakate das Güstrower Rathaus – eine besondere Verbindung, da Rambow in Güstrow zur Schule ging und seit 2002 wieder in der Barlachstadt lebt und arbeitet.
Viele seiner markanten und eingängigen Bilder künden von Opern- und Theateraufführungen bundesweit, vor allem in Frankfurt am Main. Seit der Spielzeit 2012/13 gestaltet Rambow die Premieren- und Wiederaufnahmeplakate für die Oper Frankfurt. Bürgermeister Sascha Zimmermann berichtet, dass Gäste im Rathaus regelmäßig erstaunt fragen: „Wie kommen diese Bilder hierher?“ und dann überrascht sind, „dass so jemand hier in der Stadt lebt.“
Wechsel nach 23 Jahren beschlossen
Der Bürgermeister erläuterte dem Kulturausschuss, dass es bereits 2003 einen Beschluss für die Ausgestaltung des Rathauses gab. „Zunächst ging es um Wechselausstellungen im Foyer. Man sollte mit Gunter Rambow beginnen und die Bilder, eine Schenkung, sollten eigentlich nur vier bis fünf Monate hängen. Das ist jetzt 23 Jahre her. Daher wird es Zeit für einen Wechsel.“
Zimmermann schlug vor, anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt Motive wie die alte Burg oder das Schloss auszustellen. Die Plakate Rambows in der Nähe des Bürgermeisterbüros, die heute überraschend aktuelle politische Aussagen enthalten, sollen jedoch hängen bleiben. „Klar ist auch, dass es im Rathaus keine verlängerte Galeriemeile geben wird“, stellte das Stadtoberhaupt klar und wies damit eine andere Idee zurück, nach der sich die Güstrower Galerien abwechselnd um Ausstellungen im Rathaus kümmern könnten.
Wertschätzung für den Künstler
Das Gremium stimmte dem Bilderwechsel im Wesentlichen zu, sprach aber gleichzeitig seine Wertschätzung für die Kunst Gunter Rambows aus. Ausschussvorsitzender Hans-Georg Kleinschmidt meinte: „Für Güstrow ist er ein Zugewinn.“ Auch Ausschussmitglied Mario Kohlhagen pflichtete bei: „Wir können uns glücklich schätzen, dass er in Güstrow lebt. Seine Arbeiten sind hoch qualitativ und überregional bedeutsam.“
Offene Fragen zur Schenkung
Angelika Eschbach-Rambow, die Frau des Künstlers, widersprach unterdessen der Darstellung, dass es sich um eine Schenkung handele. Das müsse noch geklärt werden. Im Allgemeinen seien sie es jedoch gewöhnt, dass man zu Jubiläen ihre Bilder nicht ab-, sondern aufhänge. Das Paar arbeitet derzeit an einer weiteren Plakatproduktion für die Oper Frankfurt.



