Im Norden Italiens sorgt die Bärenpopulation erneut für Schlagzeilen. Nachdem im April 2023 die Bärin JJ4 einen Jogger bei Caldes tödlich verletzt hatte, wurde die Debatte um den Umgang mit den Raubtieren neu entfacht. Nun berichten italienische Medien von zwei weiteren illegal getöteten Bärinnen in der Provinz Trient.
Illegale Abschüsse in der Provinz Trient
Wie der „Corriere della Sera“ berichtet, wurden die Bärinnen F32 und F104 zwischen den Ortschaften Crocifisso und Prà del Conz erschossen aufgefunden. Die Fundorte liegen entlang einer Forststraße, die in der Nähe des Tatorts des tödlichen Bärenangriffs liegt. Die Provinz Trient informierte erst Monate später über den Abschuss der Bärin F32, nachdem die Ermittlungen bereits eingestellt worden waren. Ein Verdächtiger wurde bislang nicht ermittelt.
Bärenbestand in der Region
Laut „Alpenverein Südtirol“ lebten im Mai 2023 rund 100 Bären im Trentino, davon etwa 90 Prozent in der Brenta-Gebirgsgruppe. In Südtirol wurden damals drei männliche Bären nachgewiesen. Aktuelle Zahlen für 2026 liegen nicht vor. Die Region Trentino-Südtirol ist ein beliebtes Urlaubsziel für Deutsche und Österreicher, die die Alpen und den Gardasee schätzen.
Wilderei nimmt zu
Mit den beiden neuen Fällen steigt die Zahl der illegal getöteten Bären in der Region in den letzten zwei Jahren auf fünf. Die Behörden ermitteln wegen Wilderei. Die Diskussion über den Abschuss von Bären hält in Norditalien weiter an, während die Tiere immer wieder in Dörfern auftauchen und für Aufsehen sorgen.



