Im August 1988 schrieb Suse aus Eggesin eine Postkarte an ihre Eltern: „Vieles ist hier neu, bißchen eigenartig, aber sonst ganz gut!“ Sie war im Traditionslager „Klim Woroschilow“ in Templin am Röddelinsee angekommen, wenn auch mit einem ungeplanten, dreistündigen Aufenthalt in Prenzlau. Tausende solcher Postkarten wurden zu DDR-Zeiten von Kindern aus diesem Ferienparadies verschickt. Eine davon landete in der Sammlung von Norbert Liebeck in Dachau. Er entdeckte sie, als er zufällig einen Nordkurier-Artikel über das Lager las, in dem Frank Peter aus Ueckermünde nach genau dieser Karte suchte.
Die Suche nach der besonderen Postkarte
Frank Peter posierte vor rund 40 Jahren mit drei anderen Pionieren für ein Foto, das auf einer Postkarte des Lagers abgebildet wurde. Er selbst besaß nie ein Exemplar und suchte seit langem danach. Digital fand er die Karte im DDR-Postkartenmuseum, aber ein Original fehlte ihm. Der Postkartensammler Norbert Liebeck aus Oberbayern bot an, die Karte abzugeben, wenn es die richtige sei. Leider war es nicht die gesuchte Karte, denn es gab mehrere Ansichtskarten des Lagers.
Große Hilfsbereitschaft der Leser
Nach der Veröffentlichung des Artikels gingen viele Angebote ein. Menschen durchsuchten ihre Schubladen und gaben Tipps. Eine Templinerin schlug vor, die Familie von Wolfgang Roßius zu kontaktieren, dem ehemaligen Lagerleiter, der jedoch kurz zuvor verstorben war. Doch dann meldete sich Lucas Lange aus Blankenburg am Oberuckersee: „Tatsächlich befindet sich genau diese Postkarte in unserem Besitz!“ Seine Mutter Anke war im Sommer 1989 als 14-Jährige im Lager und hatte die Karte als Erinnerungsstück gekauft. Auch Corina Jatsch bot an, die richtige Karte abzugeben.
Freude über den Schatz
Frank Peter, der inzwischen in Leipzig lebt, zeigte sich begeistert: „Ich freue mich riesig über alle Angebote zu ‚meiner Postkarte‘. Das ist ein einmaliger Schatz, den man vermutlich kein zweites Mal im Leben erhält – auf einer Postkarte abgebildet zu sein. Damals gab es noch keine Handys, mit denen man zig Fotos machen konnte.“ Fotografische Nachweise aus dieser Zeit seien extrem wertvoll. Mit dem Aufenthalt im Traditionslager verbindet er noch heute viele gute Erinnerungen. Die Leserin Anke Apitz aus Hindenburg, die hobbymäßig fotografiert, schlug vor, das Foto vor dem Wandbild an der Lagermauer nachzustellen. So könnte bald alles wieder zusammenkommen.



