Verdi ruft zu Warnstreik im Nahverkehr in Osnabrück auf
Warnstreik im Nahverkehr in Osnabrück am Freitag

Im Tarifstreit beim kommunalen Nahverkehr erhöht die Gewerkschaft Verdi den Druck. Ab Freitag, dem 12. Mai 2026, sind die Beschäftigten von SWOmobil in Osnabrück zu einem zweitägigen Warnstreik aufgerufen. Dies gab Verdi am Mittwoch bekannt. Am Freitagvormittag ist zudem eine Kundgebung geplant. Aktionen in anderen Städten sind für diese beiden Tage nicht vorgesehen, wie es auf Nachfrage bei der Gewerkschaft hieß.

Hintergrund der festgefahrenen Tarifrunde

Der Warnstreik ist eine Reaktion auf die stockenden Tarifverhandlungen in Niedersachsen. Verdi hatte bereits am Montag angekündigt, vor der nächsten Verhandlungsrunde am 1. Juni den Druck „noch einmal deutlich erhöhen“ zu wollen. Mögliche weitere Warnstreiks würden rechtzeitig bekanntgegeben, so die Gewerkschaft. Die vierte Verhandlungsrunde mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) war zuvor ohne Ergebnis geblieben.

Zweiter Warnstreik in Niedersachsen

Es ist der zweite Warnstreik in der aktuellen Tarifrunde in Niedersachsen. Bereits im April hatte Verdi für zwei Tage zum Ausstand aufgerufen, damals in mehreren Städten gleichzeitig. In Hannover und Braunschweig kam der Bus- und Stadtbahnverkehr zum Erliegen, auch in Osnabrück, Göttingen und weiteren Städten fielen Busse aus. Der Warnstreik fand damals direkt zur Hannover Messe statt, was Kritik aus Politik und Wirtschaft hervorrief.

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Forderungen der Gewerkschaft

Die Tarifverhandlungen für die zehn kommunalen Verkehrsunternehmen in Niedersachsen laufen seit Mitte Februar. Verdi fordert Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, darunter Entlastungen bei der Wochenarbeitszeit und Schichtdiensten, mehr Urlaubstage sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.

Arbeitgeber warnen vor Angebotsausdünnung

Die Arbeitgeber halten die Forderungen für finanziell nicht darstellbar. Eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit bei gleichzeitigem Lohnausgleich würde „im Ergebnis die Reduzierung des ÖPNV-Angebotes nach sich ziehen“, warnte KAV-Hauptgeschäftsführer Michael Bosse-Arbogast. Er appellierte an die Gewerkschaft, bis zum 1. Juni 2026 zur Vernunft zu kommen und die Forderung zurückzunehmen.

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