Woidke offen für weitere Amtszeit: Brandenburgs Ministerpräsident denkt über Kandidatur 2029 nach
Woidke offen für weitere Amtszeit und Kandidatur 2029

„Sag niemals nie“: Woidke denkt über weitere Amtszeit nach

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat sich erstmals offen für eine erneute Kandidatur bei den Landtagswahlen 2029 und eine weitere Amtszeit gezeigt. In einem Interview mit dem „Nordkurier“ aus Neubrandenburg äußerte der 64-Jährige: „Ich will eigentlich nicht unbedingt bis über 70 arbeiten, aber wie gesagt: Sag niemals nie.“ Woidke verwies dabei auf Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der ebenfalls über 70 Jahre alt ist.

Koalitionsverhandlungen mit der CDU im Fokus

Parallel zu diesen persönlichen Überlegungen befindet sich Woidke derzeit in intensiven Koalitionsverhandlungen mit der CDU. Diese wurden notwendig, nachdem die bundesweit erste SPD-BSW-Regierung in Brandenburg zerbrochen war. „Der Landesvorsitzende der CDU, Herr Redmann, und ich sind uns einig, dass wir eine Koalition erreichen wollen“, betonte der Ministerpräsident. Er lobte die CDU-Fraktion im Potsdamer Landtag für ihren stabilen und geschlossenen Eindruck, den er als Grundlage für eine verlässliche Regierungszusammenarbeit bezeichnete.

Wirtschaftliches Wachstum als zentrale Aufgabe

Woidke unterstrich, dass die geplante neue Koalition die bürgerliche Mitte in Brandenburg stärken und wirtschaftliches Wachstum fördern wolle. „Der wirtschaftliche Erfolg entscheidet darüber, welche Mittel und Möglichkeiten man etwa in der Bildung oder der inneren Sicherheit hat“, erklärte er. Diese Aussage gewinnt vor dem Hintergrund besondere Bedeutung, dass Finanzminister Robert Crumbach (parteilos) vor Beginn der Verhandlungen vor einem Milliardenloch im Landeshaushalt gewarnt hatte.

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Zu den wesentlichen politischen Aufgaben zählte Woidke:

  • Abbau überflüssiger Bürokratie
  • Senkung der Energiepreise
  • Einfachere regionale Nutzung erneuerbarer Energien für die heimische Wirtschaft

Letzteres sei eine Forderung aus dem Koalitionsvertrag im Bund, die er gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) umsetzen wolle.

Zurückhaltende Aussagen zu früherer Innenministerin

Im Interview äußerte sich Woidke auch zur politischen Zukunft von Brandenburgs ehemaliger Innenministerin Katrin Lange (SPD). Die Politikerin war 2025 nach einem Streit um die Einstufung der AfD als „gesichert rechtsextrem“ zurückgetreten und galt zeitweise als mögliche Nachfolgerin Woidkes. „Katrin Lange ist eine sehr gute Landtagsabgeordnete“, sagte der Ministerpräsident und bedauerte ihren Rücktritt. Auf Nachfrage ergänzte er vorsichtig: „Wenn es Bedarf gibt, und es passt, dann hätte Katrin Lange genauso wie viele andere Sozialdemokraten auch eine Chance, wieder eine andere Tätigkeit auszuüben.“

Woidke, der nach der Wahl in Baden-Württemberg am 8. März und der Vereidigung einer neuen Landesregierung in Stuttgart Deutschlands dienstältester Ministerpräsident sein wird, betonte abschließend, dass ein möglicher Wechsel an der Spitze der Brandenburger SPD derzeit nicht anstehe. Die Partei werde sich Gedanken darüber machen, „wenn der eines Tages anstehen sollte“.

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