8-Prozent-Ziel mit Ausnahmen: Personalintensive Sicherheitsbehörden geschützt
8-Prozent-Ziel mit Ausnahmen bei Bundesbehörden

Die Bundesregierung verfolgt das ambitionierte Ziel, bis zum Ende der Legislaturperiode 2029 acht Prozent der Planstellen in den Bundesbehörden einzusparen. Doch dieses 8-Prozent-Ziel gilt nicht für alle Behörden. Ausgerechnet jene, die für die Sicherheitsarchitektur Deutschlands von höchster Priorität sind, bleiben von den Einsparungen verschont. Und das sind ausgerechnet die personalintensivsten Bereiche der Bundesverwaltung.

Die größten Personalblöcke der Bundesverwaltung

Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Deutschen Bundestag sind die drei größten Bereiche der Ministerialverwaltung und der nachgelagerten Behörden die Bundeswehrverwaltung, die Bundespolizei und der Zoll. Die Bundeswehrverwaltung, inklusive der Universitäten der Bundeswehr und der Militärseelsorge, kommt auf 75.403 Planstellen. Die Bundespolizei folgt mit 54.775 Planstellen, der Zoll mit 47.623 Planstellen. Zusammen mit dem Bundeskriminalamt und weiteren Behörden sind diese Einrichtungen von den Stelleneinsparungen ausgenommen.

Fast 200.000 geschützte Stellen

Insgesamt arbeiten in den ausgenommenen Bereichen 141.635 Beamte und 56.159 Angestellte – also knapp 200.000 Stellen, die bei der Personalreduzierung nicht angetastet werden. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung hervor. Das 8-Prozent-Ziel hatten CDU und SPD im Koalitionsvertrag im Frühjahr 2025 festgelegt. In den Bereichen, die dem Einsparziel unterliegen, gibt es derzeit 64.307 Beamte und 43.134 Tarifangestellte. Der größte Bereich ist dabei die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mit 13.032 Mitarbeitern, gefolgt vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit 8.307 Arbeitsplätzen und dem Auswärtigen Amt mit 6.980 Stellen.

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Die Entscheidung, ausgerechnet die personalintensivsten Behörden zu schützen, hat sicherheitspolitische Gründe. Die Bundesregierung betont, dass diese Bereiche für die Sicherheit und Verteidigung Deutschlands unverzichtbar sind. Kritiker hingegen sehen darin eine Ungleichbehandlung und fordern, dass auch in diesen Behörden Einsparungen möglich sein müssten. Die Debatte um die Personalausstattung der Bundesbehörden wird damit in den kommenden Jahren sicherlich nicht abreißen.

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