Bundesregierung gibt Schloss Meseberg auf: Millionen-Unterhaltskosten zu hoch
Bundesregierung gibt Schloss Meseberg auf

Schloss Meseberg verliert Status als Regierungsgästehaus

Die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz beendet ein bedeutendes Kapitel der deutschen Politikgeschichte. Ab dem Jahr 2027 wird Schloss Meseberg in Brandenburg nicht mehr als offizielles Gästehaus der Regierung dienen. Der Vertrag mit der Messerschmitt-Stiftung, die das Anwesen für einen symbolischen Euro vermietet hatte, läuft planmäßig aus und wird nicht verlängert.

Hohe Kosten bei sinkender Nutzung

Die Entscheidung basiert auf einer wirtschaftlichen Abwägung. Die Unterhaltskosten für das repräsentative Schloss beliefen sich nach Angaben der Bundesregierung auf jährlich 1,1 bis 1,3 Millionen Euro. Der Bund der Steuerzahler beziffert die Gesamtkosten inklusive Bauunterhalt und Bewachung sogar auf rund fünf Millionen Euro pro Jahr. Gleichzeitig wurde das Anwesen in den letzten Jahren immer seltener genutzt. Volle Terminkalender, alternative Besuchsformate und die Entfernung zum Berliner Regierungsviertel wurden als Gründe für den Rückgang genannt.

Historischer Schauplatz internationaler Politik

Über zwei Jahrzehnte hinweg war Schloss Meseberg ein zentraler Ort für hochrangige politische Begegnungen. Drei Bundeskanzler nutzten das Anwesen: Angela Merkel, unter deren Amtszeit der Nutzungsvertrag geschlossen wurde, Olaf Scholz und nun Friedrich Merz. Internationale Spitzenpolitiker gingen hier ein und aus, darunter:

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  • US-Präsident George W. Bush
  • Frankreichs Staatspräsidenten Jacques Chirac, Nicolas Sarkozy und Emmanuel Macron
  • Russlands Präsidenten Dmitri Medwedew und Wladimir Putin
  • Britisches Premierminister David Cameron
  • Ukrainischer Präsident Petro Poroschenko
  • Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte

Zudem diente das Schloss regelmäßig als Rückzugsort für Klausurtagungen der Bundesregierung.

Zukunft der Regierungsveranstaltungen

Künftig sollen hochrangige Veranstaltungen an anderen Orten stattfinden. Als Alternative wird der Erweiterungsbau des Bundeskanzleramtes in Berlin genannt, der voraussichtlich Ende 2028 fertiggestellt wird. Damit endet eine Ära, in der Schloss Meseberg als symbolträchtiger Ort deutscher Politikgeschichte diente, dessen Kosten-Nutzen-Verhältnis jedoch nicht mehr zu rechtfertigen war.

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