Neubesetzung im Sachverständigenrat: Wiener Ökonom Felbermayr wird Wirtschaftsweiser
Der Ökonom Gabriel Felbermayr soll in den Rat der Wirtschaftsweisen einziehen. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch beschlossen, dem Bundespräsidenten die Berufung des österreichischen Handelsexperten offiziell vorzuschlagen. Diese Personalie wurde bereits seit einiger Zeit erwartet und markiert einen bedeutenden Wechsel in dem renommierten Gremium.
Nachfolge für Ulrike Malmendier nach kontroverser Debatte
Felbermayr tritt die Nachfolge von Ulrike Malmendier an, deren Mandat nicht verlängert wurde. Dieser Schritt hatte innerhalb des Sachverständigenrates zu einer erheblichen Kontroverse geführt, die von Verwunderung und Bedauern unter den anderen Wirtschaftsweisen begleitet wurde. Die Entscheidung des Kabinetts folgt einem Vorschlag von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die Felbermayrs Expertise besonders hervorhob.
Ausgewiesener Experte für Handelspolitik und Geoökonomie
Gabriel Felbermayr ist derzeit Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo) in Wien. Das Wirtschaftsministerium betonte in einer Mitteilung, dass der Sachverständigenrat mit ihm einen ausgewiesenen Experten für Handelspolitik, Geoökonomie und Europäische Integration gewinne. Seine analytische Tiefe und internationale Erfahrung seien gerade in der aktuellen geopolitischen Lage von besonderer Bedeutung für die Arbeit des Gremiums.
Der Ökonom blickt auf eine beeindruckende akademische und berufliche Laufbahn zurück:
- Von 2010 bis 2019 leitete er das Ifo-Zentrum für internationale Wirtschaft an der Universität München
- Anschließend war er Chef des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW)
- Seit 2022 ist er Direktor des Wiener Wifo, das 1927 von Friedrich August von Hayek und Ludwig von Mises gegründet wurde
- Er ist bereits im Wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums tätig
Felbermayrs Berufung stärkt die internationale Ausrichtung des Sachverständigenrates und unterstreicht die wachsende Bedeutung handelspolitischer Fragen in einer Zeit globaler wirtschaftlicher Umbrüche. Seine Erfahrung in beiden deutschsprachigen Ländern wird als wertvolle Bereicherung für die wirtschaftspolitische Beratung der Bundesregierung angesehen.



