Kanzler-Umfeld rät Merz: Diese drei Dinge muss er ändern
Kanzler-Umfeld rät Merz: Diese drei Dinge muss er ändern

Berlin – Alles neu macht der Mai – auch den Kanzler? Wenn es nach Granden aus der CDU geht, dann hat auch Friedrich Merz (70, CDU) – angetreten als Reform-Kanzler – eine Kanzler-Reform nötig. Denn nicht nur für seine Regierung und seine CDU sind die Umfragen eine Katastrophe, auch für ihn selbst. DENN: Die Deutschen trauen ihm nicht mehr viel zu. Und das liege, so raunen selbst Vertraute, auch an Merz und dessen Umfeld. Zu abgehoben, zu viel Ausland, zu sprunghaft – und zu negativ. BILD hat sich umgehört im Kanzler-Lager. Und das wird ihm in der eigenen Partei empfohlen:

1. Klare Kommunikation

Eines der Hauptprobleme des Kanzlers und seiner Regierung: Die Erfolge, die da sind, bekommt man nicht verkauft. Die Botschaften: zu unklar, zu kompliziert, zu lang, zu unkontrolliert. Beispiele: Merz ging jüngst zum „Spiegel“, um seine Politik zu verkaufen – und jammerte über Gift und Galle gegen sich in sozialen Netzwerken. Seine Reform-Botschaft: abgesoffen im Selbstmitleid. Ende April plauderte Merz vor Marburger Schülern über US-Präsident Donald Trump (79) und dessen Nicht-Strategie im Iran-Konflikt. Die USA nannte er eine „gedemütigte Nation“. Folge: Trump wütete und reagierte mit Strafzoll-Ankündigungen auf EU‑Autos. Diplomatie geht anders. In der Kritik von Parteispitze, Fraktion und Ministern: Regierungssprecher Stefan Kornelius. Der müsse den Kanzler näher ans Volk bringen – mit wenigen, klaren Botschaften, die der auch verständlich transportiert bekommt.

2. Mehr Deutschland wagen

Merz wollte den Außenkanzler geben. Logische Begründung: Die Probleme der Welt, Zoll-Zoff, Jagd nach Bodenschätzen, EU-Bürokratie und die Kriege belasten Firmen, Standort, Lebenshaltungskosten. Was er draußen löst, kommt als Problem nicht mehr im Land an. Doch die Deutschen haben inzwischen verstanden, dass der Russe unser Feind, Trump ein Problem und Europa auch nicht einfach ist. Was sie nicht verstehen: einen Kanzler, der sie auch nach dem Teuer-tanken-Osterfest gutgelaunt mit einem Vortrag über die Außenpolitik begrüßt. Erst nach Mullahs, Trump und sonstigem aus der weiten Welt hatte Merz magere Worte und kaum Empathie für die Teuertanker an der Heimatfront. Die Erwartung: weniger außenpolitische Vorträge, mehr direkte Zuwendung zu den Deutschen und ihren real existierenden Problemen.

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3. Positiv-Botschafter

Merz, so einer der wirklich Erfahrenen aus der Unions-Fraktion, müsse positive Signale setzen. Es hebe die Stimmung nicht, wenn auch der Kanzler keine Zuversicht vermittelt bekommt. Einer aus dem Merz-Umfeld: „Er muss dorthin, wo wir vorn sind, wo neue Arbeitsplätze entstehen.“ Ein Beispiel: Rüstung und Künstliche Intelligenz. „Durch Künstliche Intelligenz und neue Technik entstehen neue Jobs und Firmen, können auch in der Automobilbranche ganze Werke gerettet werden“, sagt einer. „Der Kanzler muss genau dort selbst vorangehen.“ Ein anderer: „Wir brauchen eine Kanzler-Tournee durchs Land und zu den Leuten. Wir müssen für Erneuerung und Aufschwung stehen.“

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