CDU-Generalsekretär Linnemann offen für Nicht-Politiker als Bundespräsident
Linnemann: Auch Nicht-Politiker als Bundespräsident denkbar

Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier: CDU-Generalsekretär Linnemann mit überraschender Forderung

Die Diskussion um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nimmt konkretere Formen an. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat in einem Interview mit dem Magazin Stern eine bemerkenswerte Position bezogen: Für das höchste Staatsamt der Bundesrepublik Deutschland muss es nicht zwingend einen Politiker geben.

Vorbild Joachim Gauck: Integrität vor politischer Herkunft

Linnemann begründete seine Haltung mit einem klaren Verweis auf die Amtszeit von Joachim Gauck, der von 2012 bis 2017 als Bundespräsident amtierte. „Ich bin großer Fan von Joachim Gauck. Er war einer der besten Bundespräsidenten. Ein unglaublicher Charakter, toller Typ, mutig. So eine integre Persönlichkeit brauchen wir“, erklärte der CDU-Generalsekretär. Der Theologe Gauck war damals als gemeinsamer Kandidat von CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen angetreten und bewies, dass das Amt auch von einer Person außerhalb des politischen Betriebs erfolgreich ausgefüllt werden kann.

Plädoyer für eine Frau im höchsten Staatsamt

Parallel zu dieser Öffnung für Nicht-Politiker äußerte Linnemann deutliche Sympathien für eine weibliche Besetzung des Amtes. „Ich persönlich fände eine Frau gut“, sagte er und verwies darauf, dass aus der Union bereits mehrere Kandidatinnen gehandelt werden. Konkret im Gespräch sind dabei:

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  • Familienministerin Karin Prien (CDU)
  • Die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU)

Diese Position teilt Linnemann mit anderen prominenten Unionspolitikern. Sowohl Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz als auch CSU-Chef Markus Söder hatten bereits signalisiert, dass sie die Wahl einer Frau zur Bundespräsidentin im Jahr 2027 unterstützen würden.

Historischer Kontext und aktuelle Entwicklungen

Die zweite Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier endet am 18. März 2027. Eine Wiederwahl ist laut Grundgesetz nicht möglich. Damit beginnt die Suche nach einem Nachfolger bereits jetzt an Fahrt aufzunehmen. Interessant ist der historische Rückblick: Bereits 1999 hatte die Union mit Dagmar Schipanski eine Frau als Kandidatin für das höchste Staatsamt ins Rennen geschickt. Die gebürtige Thüringerin unterlag damals jedoch Johannes Rau von der SPD.

Von einer möglichen Kandidatur der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel distanziert sich diese indes deutlich. Über ihr Büro ließ Merkel bereits erklären, dass sie für das Amt der Bundespräsidentin nicht zur Verfügung stehe. Damit bleibt die Frage der Nachfolge weiterhin offen – doch Linnemanns Äußerungen zeigen, dass die Union bereit ist, über unkonventionelle Lösungen nachzudenken.

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